Sa, 14. Juni 2025 - 09:05

Im Interview: Michael Moser über Druck, Ziele und Freude am Schwingsport

Der zehnte Schwinger der Woche im Jahr 2025 heisst Michael Moser. Im Interview erzählt der zweifache Kranzfestsieger von seinem Tag am Oberaargauischen, der Arbeit auf dem elterlichen Hof und dem Druck, der mit dem grossen Aufwand für den Schwingsport verbunden ist.

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Michael Moser (vorne) sorgte bereits am Seeländischen mit dem Sieg über Fabian Staudenmann für ein Ausrufezeichen.

Fotograf: Barbara Loosli

Präsentiert von Bschüssig

Michael Moser, herzliche Gratulation zu Ihrem Sieg am Oberaargauischen Schwingfest. Wie haben Sie den Tag in Inkwil erlebt?
Michael Moser: Ich habe den Tag sehr angenehm erlebt, wie viele andere Feste auch. Ich fühlte mich gut und hatte keine kleineren Blessuren, die mir zu schaffen machten. Ich hatte mich auch eigentlich auf Regen eingestellt, der dann ja grösstenteils ausblieb und auch die Temperaturen waren optimal. Ins Fest bin ich mit einem Gestellten gestartet, aber ich hatte nicht schlecht geschwungen. Nach zwei Siegen traf ich dann auf Bernhard Kämpf, den ich schliesslich ein erstes Mal bezwingen konnte. Nach einem weiteren Sieg traf ich im Schlussgang erneut auf Kämpf, was sicher speziell war.

Was ging Ihnen vor der Revanche mit Bernhard Kämpf durch den Kopf?
Moser: Ich wusste, dass er nun sicher besser eingestellt ist. Er ist ein sehr schlauer Schwinger, bei dem man immer extrem aufpassen muss. Ich nahm mir vor, nicht gleich «All-In» zu gehen. Aber als dann der Zug kam, gab ich Vollgas.

Bereits am Seeländischen hatten Sie mit Siegen gegen Adrian Walther und Fabian Staudenmann überzeugt. Nun folgten zwei Siege gegen Bernhard Kämpf. Was bedeuten Ihnen solche Siege gegen absolute Spitzenschwinger?
Moser: Es ist eine Bestätigung, dass ich nicht ganz alles falsch mache. Es macht Freude und ist auch eine Erleichterung. Ich sage stets, dass ich mir keinen Druck machen lasse. Aber wenn man so viel investiert, möchte man tief im Innern natürlich auch, dass etwas herausschaut.

Sie haben angesprochen, dass Sie viel investieren. Worauf legen Sie momentan den Fokus?
Moser: Ich mache im Training möglichst viele «Schwingstunden». Denn die Kraft, die man als Schwinger braucht, holt man sich primär beim Schwingen. Im Kraftraum trainiere ich momentan die Geschwindigkeit. In ein paar Woche stelle ich dann auf Gewicht um, und dann wieder zurück, sodass ich die Balance halte.

Ende Juni dürfen Sie die Berner Farben ein erstes Mal einem auswertigen Teilverbandsfest, dem Nordostschweizer, vertreten. Wie lauten derzeit Ihre Ziele für die weitere Saison?
Moser: Ich möchte meine gute Frühform halten, wenn nicht noch steigern. Und ich möchte die Freude am Schwingen behalten, was mir allerdings nichts schwer fällt. Wichtig ist mir auch, die Lockerheit nicht zu verlieren.

Sie arbeiten auf dem elterlichen Hof als Landwirt. Fällt es Ihnen leicht, den Schwingsport und die Arbeit unter einen Hut zu bringen?
Moser: Jetzt ist es weniger schwierig als noch im letzten Jahr. Da war ich noch in der Lehre und arbeitete die ganze Woche und jedes zweite Wochenende. Das war zusammen mit dem Schwingen sehr streng. Nach der Lehre kam die RS, wo es dann praktisch das Gegenteil war: Es war alles auf den Sport ausgelegt. Jetzt fahre ich einen Mittelweg. Ich bin mit einem 60% Pensum auf dem elterlichen Hof angestellt. Am Morgen absolviere ich jeweils ein Krafttraining, danach arbeite ich und am Abend folgt das Schwingtraining. In das Ganze bin ich aber noch etwas am Reinfinden. Das schöne ist: Das «Buure» lenkt mich vom Schwingen ab, und das Schwingen vom «Buure».


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