Sa, 13. Juni 2026 - 07:28

Im Interview: Lario Kramer zum Schlussgangduell mit Bruder Dorian

Der aktuelle Schwinger der Woche, Lario Kramer, spricht im Interview über seinen Schlussgangsieg gegen Bruder Dorian Kramer am Walliser Kantonalen, Trainings mit Schwingern aus anderen Teilverbänden und seine intensive Zeit mit acht Kranzfesten in acht Wochen.

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Schlussgang Walliser Kantonalen Lario Kramer Dorian KRamer

Brüderliche Handschlag in Naters: Den Schlussgang bestritten Lario Kramer (rechts) und Dorian Kramer.

Fotograf: David Waser

Präsentiert von Bschüssig

Fragen Lario Kramer

Lario Kramer, herzlichen Glückwunsch zum Festsieg am Walliser Kantonalschwingfest. Wie haben Sie den Tag in Naters erlebt?
Lario Kramer: Es war durchwegs positiv! Das Fest war organisatorisch super: Wir hatten als Schwinger kurze Wege zu den Garderoben und Parkplätzen, gute Aufwärmplätze und eine super Infrastruktur.

Nach drei Siegen am Vormittag konnten Sie sich bei Romain Collaud für die Schlussgang-Niederlage am Neuenburger revanchieren. Der letzte Sieg gegen ihren Kantonskollegen gelang zuvor 2018. Mit welcher Einstellung gingen Sie in den Gang?
Kramer: Ich wollte mehr Risiko eingehen als noch am Neuenburger, wo ich etwas zu defensiv eingestellt war. Der Gang war dann ausgeglichen, zum Glück mit dem besseren Ende für mich. Ich konnte Collaud im richtigen Moment lesen und entsprechend reagieren.

Im Schlussgang bekamen Sie es mit ihrem jüngeren Bruder Dorian Kramer zu tun. Wie erlebten Sie diesen Gang?
Kramer: Es war schon sehr speziell: Man ist den ganzen Tag über als Team unterwegs und steht sich dann gegenüber. Wir haben auch kurz vor dem Schlussgang noch miteinander geredet. 

Was war bei diesem Gespräch Thema?
Kramer: Wir sagten, es soll sicher ein Sieger geben. Wir wollten nicht taktieren und voll drauf los. Natürlich hätte ich Dorian den Sieg ebenso gegönnt. Geschadet hat dieser Gang unserer Beziehung sicher nicht.

Seit Ende Mai und noch bis Mitte Juli haben Sie jedes Wochenende ein Kranzfest auf dem Programm. Wie sorgen Sie dafür, dass dabei die Erholung nicht zu kurz kommt?
Kramer: Gute Frage… Ich lebe momentan einfach Woche für Woche. Am Montag schaue ich jeweils, wie ich bis zum nächsten Schwingfest plane. Solange mein Körper mitmacht, werde ich jedes Schwingfest bestreiten, aber ich schliesse auch nicht aus, dass ich Mal eines aus Erholungszwecken auslasse. Aus athletischer Sicht ist es natürlich nicht optimal, ich hätte ein erstes Fest früher im Mai schon bevorzugt. Hat man jedes Wochenende ein Kranzfest, kann man sich nur schwer steigern und noch eine Schippe drauflegen. So hat man einige Schwingfeste, bei denen man nicht optimal vorbereitet ist. 

Über den Winter hinweg trainieren Sie jeweils in Magglingen oder auch auf Gran Canaria in Trainingsgruppen mit Schwingern aus anderen Teilverbänden. Wie trainieren Sie während der Saison?
Kramer: Der Umfang wird natürlich etwas zurückgeschraubt, aber ich trainiere mit den gleichen Trainingsgruppen wie auch in der Vorbereitung. So etwa mit Fabian Staudenmann, Curdin Orlik und Adrian Walther. Für mich ist das speziell wichtig, da unser Verband so klein ist. Ein Beispiel: Ich hatte am Walliser drei Gegner, die ich bereits in der Woche zuvor am Neuenburger auf dem Notenblatt hatte. Dank den Traininsgruppen kann ich mich aber auch mit anderen Schwingern messen. Als Schwinger ist es essenziell, mit allen Arten von Schwingern umgehen zu können, sei es körperlich oder technisch. In der Trainingsgruppe sind war da sehr offen. Das Motto lautet: «Ich zeige dir etwas und du mir».


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