Matthias Sempach (Teil 5): Ausschnitt Interview MAGAZIN

In der Schwingerwoche werden Woche für Woche von Mitte Oktober bis Mitte März jeweils täglich Meldungen vom betreffenden Schwinger aufgeschaltet. Die Serie startet mit Matthias Sempach. Heute: Teil 5.

Mitte September erschien die zweite Ausgabe von SCHWINGEN. DAS MAGAZIN. Hauptthema war natürlich der überragende Schwinger der Saison Matthias Sempach. Dazu gehörte auch ein grosses Interview. Ein Teil des Interviews ist nun nachzulesen. Das komplette Interview ist in der neuen Ausgabe von SCHWINGEN. DAS MAGAZIN. nachzulesen: Online-Bestellung.

Wie läuft so ein Fest für Sie als Athlet eigentlich ab?Als Zuschauer istman ja nur bei Ihren Auftritten im Sägemehl mit dabei.
Matthias Sempach: 80 Prozent des Tages sind genau geplant. Das fängt schon beim Aufstehen an, bei der Anfahrt, geht über die Vorbereitung zu den einzelnen Gängen, die Erholungsphasen dazwischen, die Konzentration, den Spannungsaufbau imKörper, bis hin zur Ernährung. ImGegensatz zu vielen Kollegen esse ich beispielsweise nie gross zu Mittag, verdrückte aber über den ganzen Tag hinweg zig Bananen! Und ich bin einer, der nach jedem Gang möglichst schnell in der Garderobe veschwindet und die Ruhe sucht. Gerade bei Grossanlässen ist das nicht immer ganz einfach. Immer auf Angriff aus: Matthias Sempach, hier gegen Michael Bless, pflegt einen attraktiven Stil.

Sie sprechen den publikumsaufmarsch an?
Sempach: Genau. Natürlich ist es toll, dass das Schwingen heutzutage so viele Leute zu begeistern vermag. Leider aber hat es immer auch ein paar wenige darunter, die meinen, sie müssten jetzt unbedingt und zwar subito ein gemeinsames Foto haben oder eine ausführliche Diskussion führen. Egal, ob man grad gewonnen oder verloren hat, auf dem Weg in die Kabine oder zum nächsten Gang ist. Schwingen ist ein Event. Da wird gekämpft, getrunken und gefeiert. Und manchmal kann es halt auch etwas eng werden.

Das ist wohl der preis der popularität.Jene des Schwingens und jene der Schwinger. Sie fördern diese ja selber auch aktiv …
Sempach: …wie meinen Sie das?

Indem Sie Interviews geben und sich beispielsweise fürWerbeaktionen oder Kalender oben ohne ablichten lassen.
Sempach: Das sind wir Schwinger unseren Fans auch schuldig. Ohne Publikum kein Schwingfest. Solche Aktionen wie der von Ihnen erwähnte Schwingerkalender dienen dem Schwingsport, sie kommen auch der Nachwuchsarbeit zugute. Da ist meiner Ansicht nach nichts auszusetzen daran. Auf der anderen Seite kenne ichmeinen Körper und denke, dass ich den durchaus zeigen darf. Aber es gibt ganz klar auch Grenzen.

Ihr Körper ist Ihr Kapital, das ist schon fast wie bei einem Model!
Sempach: Körper UND Persönlichkeit sind mein Kapital! Beides ist wichtig im Schwingsport. Es ist aber schon so: Ich muss sehr viel tun für meine Form, sowohl mental als auch kräftemässig. Mit 18 habe ich 85 Kilo gewogen. Also fing ich an, Muskelmasse anzutrainieren. Heute bringe ich ein Wettkampfgewicht von 107, 108 Kilo auf die Waage. Aber ich weiss, dass all diese Krafttrainings den Körper sehr stark beanspruchen.

Blöde Frage:Warum tun Sie sich so etwas dann überhaupt an?
Sempach: Extreme Leidenschaft! ImAlter von sieben Jahren wusste ich, dass es für mich nichts Wichtigeres gibt, als das Schwingen. Dementsprechend betreibe ich auch einen immensen Aufwand und leiste seriöse Arbeit, ummeine Ziele zu erreichen. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass ich auf viel verzichten muss.

Was zum Beispiel?
Sempach: Lange Ferien liegen neben dem Schwingen und meinen Berufen als Metzger und Landwirt nicht drin. Reisen. Ausgang. Auch Familie, Kollegen und vor allem die Freundin kommen während der Saison häufig zu kurz. Sie begleiten mich regelmässig an Schwingfeste, unterstützen mich tatkräftig – von mir haben sie in dieser Zeit aber nicht wirklich viel. Ich versuche das dann halt immer ausserhalb der Saison wieder gutzumachen.

Die Serie Schwingerwoche mit Matthias Sempach wird am Samstag, 20. Oktober, mit Teil 6 fortgesetzt. 

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