Schwinger der Woche: Interview Glarner

Beinahe hätte Matthias Glarner wie vor drei Jahren kurz vor dem ESAF das Berner Kantonalfest gewonnen. Sein starker Auftritt in Münsingen war aber trotzdem ein guter Grund, ihn zum Schwinger der Woche zu ernennen. Heute das Interview mit dem Schwingerkönig von 2016.
Matthias Glarner (oben) bei seinem Sieg gegen Fritz Ramseier. (Foto: Barbara Loosli)

Matthias Glarner, herzliche Gratulation für Ihre Leistung. Haben Sie am Morgen vor dem Fest gespürt, dass es so gut laufen wird?
Matthias Glarner: Zuerst einmal besten Dank. Es ist ein gutes Gefühl. Aber auch die letzten Feste hatten gute Ansätze, auch der Brünig-Schwinget. Zudem habe ich in einer Trainingswoche mit den Berner Oberländern auf der kleinen Scheidegg sehr gut trainieren können. Deshalb bin ich sicherlich guten Mutes nach Münsingen gereist.

Wie sehr gab der Sieg im ersten Gang Auftrieb?
Glarner: Es hat gut getan wieder einmal einen Eidgenossen (Tobias Krähenbühl) besiegt zu haben. Es ist immer einfacher, wenn man bei einem Schwingfest mit einem Sieg starten kann.

Haben Sie nach den vergangenen Festen Druck verspürt?
Glarner: Der Druck, vor allem von mir selber, war schon spürbar. Wenn es am Berner Kantonalfest wieder nicht hingehauen hätte, bin ich nicht sicher, ob ich am Eidgenössischen in Zug überhaupt antreten würde.

Ein Schwingfest gewinnen will man immer. Aber in Ihrem Fall überwiegt sicherlich die Freude über die Erkenntnis, das Sie mithalten können?
Glarner: Für einen Sportler ist es immer hart zu verlieren, auch bei meiner Ausgangslage. Die ersten Minuten nach dem Schlussgang war ich schon etwas frustriert. Mit etwas Abstand ist es aber ein tolles Gefühl, dass ich so gut mithalten konnte am Berner Kantonalfest und am Ende auch das Resultat auf der Schlussrangliste für mich stimmt.

Die Berner sind in einer neuen Ausgangslage vor dem ESAF. Wie schätzen Sie dies als Direktbeteiligter ein?
Glarner: Ich bin sehr überzeugt, dass wir ein tolles Team beisammen haben. Das Niveau am Berner Kantonalfest war sehr hoch, den Brünig darf man diesbezüglich nicht überbewerten. Aus diesen Gründen bin ich überhaupt nicht nervös.

Und Sie selber brachten sich fürs ESAF auch wieder ins Spiel ...
Glarner: Ich hatte jetzt zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder ein gutes Schwingfest. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich mithalten kann.

Wie lauten Ihre ESAF-Ziele?
Glarner: Meine ehrgeizigen Ziele für das ESAF habe ich mir persönlich gesteckt.

Und was läuft nach dem ESAF?
Glarner: Ferien (lacht). Nein, im Ernst. Soweit denke ich im Moment noch nicht. Ich werde mir im Herbst in aller Ruhe Gedanken machen und eine Entscheidung fällen.

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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