Schwinger der Woche: Interview Andy Büsser

Nach dem Eidgenössischen Schwingfest 2013 in Burgdorf ist es ruhig geworden um den St. Galler Turnerschwinger Andy Büsser. Im März 2015 kündete er seine Rückkehr ins Sägemehl an. Beim ersten Freiluftwettkampf, dem Rheintal-Oberländischen in Oberriet, gelang ihm ein starkes Comeback.
Der 32-jährige Andy Büsser ist in Oberriet erfolgreich ins Sägemehl zurückgekehrt. (Bild Werner Schaerer).

Andy Büsser, seit dem Eidgenössischen in Burgdorf ist es ruhig um Ihre Person geworden?
Andy Büsser: Ich überlegte mir bereits während der Saison 2013 als 30-Jähriger, wie lange ich mir den enormen Trainingsaufwand und dazu noch zu 100 Prozent einer Arbeit nachgehen, noch antun werde. Im darauffolgenden Winter wurde es konkret, ich nahm eine Auszeit, auch weil Berufsmässig und Familiär einige Veränderungen anstanden. Um 2014 an den Kilchberger Schwinget zu denken, muss man zu 100 Prozent parat sein, sonst macht ein Start keinen Sinn.

Was ist in dieser Zeit bei Ihnen alles geschehen?
Büsser: Ich bin im vergangenen Sommer zum ersten Mal Vater geworden. Beruflich habe ich mich zum Gartenbau-Polier weiterbilden lassen. Derzeit lehnte ich mich als Polier an andere Firmen aus.

Trotzdem haben Sie sich für eine Rückkehr entschieden?
Büsser: Nachdem ich 2013 ausgebrannt wirkte, ist die Freude und Leidenschaft zurückgekehrt. Sportlich habe ich mich die ganze Zeit stets fitgehalten mit anderen Sportarten wie Velofahren. Nun habe ich gemerkt, dass ich wieder parat bin, das Wettkampfgespür ist zurück.  

Nun ist Ihnen ein hervorragendes Comeback geglückt?
Büsser: Mit meinem Comeback bin ich zufrieden. Ich bin mit einer Punkteteilung gegen Philipp Laimbacher gestartet ehe mir drei Siege gelangen. Im fünften Gang gegen Mike Müllestein wäre die Möglichkeit sich für den Schlussgang zu qualifizieren vorhanden gewesen. Leider habe ich im Ausstich beide Duelle gestellt, womit ich in der Schlussabrechnung noch auf Rang sieben zurückfiel.

Bei Ihren drei Siegen im An- und Ausschwingen war immerhin ein Sieg über König Matthias Sempach dabei?
Büsser: Es war einer von sechs Gängen, ich möchte den Sieg nicht überbewerten. Zudem hatte ich auch das nötige Glück, der Gang hätte nur noch vier Sekunden gedauert. Als Sempach mit Kurz angriff und abstellte konnte ich mit Kurz/Brienzer nachziehen und gelangte so zum Resultat.

Liegt Ihnen die Schwingweise des Schwingerkönigs?
Büsser: Ich habe mich schon einige Male mit Matthias Sempach duelliert und dabei gute Gänge gezeigt. Am Oberländische 2009 in der Lenk habe ich im vierten Gang erst kurz vor Zeitablauf gegen ihn verloren. Wenn man gegen den Schwingerkönig in den Ring darf ist immer eine gewisse Anspannung da, auch wenn es wie in Oberriet nicht um Kränze geht.

Das Rheintal-Oberländische Verbandsfest scheint Ihnen sowieso zu liegen?
Büsser: Das stimmt, hier fühle ich mich immer wohl. Ich stand bereits viermal an diesem Anlass (2005 in Thal, 2007 und 2009 beide Male in Oberriet sowie 2013 in Gams), im Schlussgang. Vor sechs Jahren konnte ich das Fest an gleiche Stätte gewinnen.

Welche Ziele streben Sie in dieser Saison noch an.
Büsser: Ich nehme es von Fest zu Fest und fokussiere mich nicht auf irgend einen Anlass. Ich will möglichst alle machbaren Kränze erkämpfen und eine unfallfreie Saison bestreiten. Der Schwägalp-Schwinget ist für jeden Toggenburger Schwinger ein Highlight. Dort wird es am 16. August bestimmt interessant.    

Im Artikel erwähnt: 

Kommentare