Schwinger der Woche: Edi Philipp

Anfangs dieser Woche hat der 36-jährige Untervazer Edi Philipp seinen Rücktritt vom Schwingsport erklärt. Vier eidgenössische Kränze haben im Bündner Verband nebst Edi Philipp nur Christian Plattner, Hans Lüthi und Stefan Fausch erreicht.
Edi Philipps letzter Gang: Am Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf duellierte sich der Bündner (unten) im achten Gang, im Ausschwingen, mit Christian Stucki.

Edi Philipp, Ihr Rücktritt überrascht vom Alter her nicht, jedoch vom Zeitpunkt?
Edi Philipp: Ich war mir nach dem Eidgenossen noch nicht sicher, ob ich noch eine Saison anhängen, oder zurücktreten soll. Ich war den ganzen Winter im Schwingkeller, letztlich fehlte mir der Biss. So entschied ich mich im März zurückzutreten.

Eine Entscheidung, die Ihnen nicht leicht fiel?
Philipp: Wenn man soviel Jahre dabei ist prägt einem der Schwingsport. Mit dem geglückten Auftritt am Eidgenössischen, dem Schwägalp-Kranz und dem Sieg am Sertig-Schwinget, gab es jeoch keinen bessern Zeitpunkt, um auf konstantem Niveau und Gesund aufzuhören.

Das Eidgenössische in Burgdorf ist Ihnen bestimmt noch in guter Erinnerung?
Philipp: Burgdorf war ein wunderbarer Abschluss mit dem Gewinn des vierten eidgenössischen Kranzes. Der letzte Gang gegen Christian Stucki war etwas ganz besonderes. Nur noch wir zwei schwangen auf Platz sieben, vor ausverkauftem Stadion. Der Gang glich einem vorgezogenen Schlussgang. 

Welche Erfolge bedeuten Ihnen am meisten?
Philipp: Klar die vier eidgenössischen Kränze. Als ich als Knabe mit dem Schwingen begann, dachte ich nicht im Traum daran, einmal zu einem der erfolgreichsten Bündner Schwinger zu werden. Der Sieg am Bündner-Glarner 2005 in meinem Heimatdorf Untervaz geniesst ebenfalls sehr hohen Stellenwert.

Hatten Sie ein Lieblingsfest?
Philipp: Sehr gerne trat ich jeweils am Sertig-Schwinget hinter Davos an, mit seiner wunderschönen Bergwelt. Auch das Schwägalp-Schwinget war mir ans Herz gewachsen. Die acht Kränze zeugen davon, dass ich mich beim Verbandseigenen Bergkranzfest sehr wohl fühlte.

Es wäre gar noch ein neunter dringelegen?
Philipp: Stimmt, 2008 führte ich nach drei Gängen, am Nachmittag verlor ich dann dreimal, zuletzt gegen Alexander Kämpf. Das gehört zum Sport.

In 14 Tagen findet das Bündner Frühjahrsschwinget in Landquart statt. Gibt es ein dort Comeback?
Philipp: Unser Schwingklub Unterlandquart führt heuer den Bündner Frühjahrsschwinget und das Bündner-Glarner Kantonalschwingfest durch. Der Reiz war da, aber ich werde an beiden Anlässen nicht mehr antreten. In zwei Wochen wird es aber eine kleine Feier geben und wenn wir am Abend alles zusammengeräumt haben werden wir sicherlich noch auf meine Karriere Anstossen.

Bleibt Edi Philipp dem Schwingsport erhalten?
Philipp: Selbstverständlich,das Schwingen hat mich über all diese Jahre geprägt. Bereits seit 2004 bin ich Technischer Leiter in unserem Schwingklub. Es wird aber auch Sonntage geben, an denen ich mich vollumfänglich meiner Familie widmen werde.
 

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