Von Ausstich bis Zähni

Schwingen hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebsten Sportarten der Schweiz entwickelt. Doch was ist Schwingen? 24 kurze Erläuterungen von A wie Ausstich bis Z wie Zähni versuchen den Mythos Schwingsport zu erklären.

Ausstich: Schwingfest ist eingeteilt in Anschwingen (1.+2. Gang), Ausschwingen (3.+4. Gang) und Ausstich (5.+6. Gang).

Böse: Die stärksten Schwinger werden als Böse bezeichnet. Wie man ein Böser wird oder woher das Wort genau stand, ist nicht übermittelt.

Chur: Insgesamt gibt es in der Schweiz 178 Schwingklubs, einer davon ist der Schwingklub Chur.

Dokumentarfilm: Im Dokumentarfilm Tal der Könige standen 2010 die Schwingerkönige Jörg Abderhalden und Ernst Schläpfer in der Hauptrolle.

Eidgenössisches: Das Eidgenössische Schwingfest ist der Höhepunkt der Schwinger alle drei Jahre. 2010 duellierte man sich in Frauenfeld, 2013 wird Burgdorf als Gastgeber amten.

Fahnenschwingen: Fahnenschwinger und Jodler gehören zu einem Schwingfest wie das Salz zur Suppe. An Eidgenössischen Schwingfesten wird zudem auch noch ein Wettkampf der Hornusser und Steinstösser ausgetragen.

Gammen: Einer der beliebtesten Schwingergriffe. Möglich mit rechten und linkem Bein. Merkmal von Arnold Forrer.

Hunsperger: Als erster Schwinger gewann Rudolf Hunsperger drei Mal den Schwingerkönigstitel. Der Berner ist der einzige, der bis heute drei Schlussgänge an einem Eidgenössischen gewinnen konnte.

Innerschweiz: Der Eidgenössische Schwingerverband ist in fünf Teilverbände eingeteilt. Der Innerschweizer Verband ist der Grösste. Weitere Teilverbände sind: Bern, Nordostschweiz, Nordwestschweiz, Südwestschweiz.

Jahrespunkteliste: Die Schwingerzeitung SCHLUSSGANG führt an den wichtigsten Schwingfesten eine Jahresrangliste, wo der Schwinger des Jahres gesucht wird.

Kilchberg: In den 20er-Jahren als Revanche auf das Eidgenössiche Schwingfest einberufen. Heute findet alle sechs Jahre der Kilchberger Schwinget statt, zuletzt 2008.

Langzug: War früher ein beliebter Schwingergriff, ist heute aber gänzlich von den Schwingplätzen verschwunden. Insgesamt gibt es weit über 100 verschiedene Schwingergriffe und Kombinationen

Meli: Der Zürcher Karl Meli galt als einer der erfolgreichsten Schwinger aller Zeiten. Im März 2012 verstarb der zweifache Schwingerkönig. 

Neuenburg: Der Neuenburger Kantonal-Schwingerverband ist einer von 26 Kantonal- und Gauverbänden, die unterhalb der Teilverbände eingegliedert ist.

Obmann: Der Präsident des Eidgenössischen Schwingerverbandes wird als Obmann bezeichnet. 2012 wechselte das Amt vom zweifachen Schwingerkönig Ernst Schläpfer zu Mario John.

Pellet: Der 1,75-Meter kleine Hanspeter Pellet gehört auch nach seinem Rücktritt zum absoluten Publikumsliebling.

Quote: An Kranzfesten werden 15 bis 18 Prozent der teilnehmenden Schwinger mit einem Kranz ausgezeichnet, die Prozentzahl wird als Kranzquote bezeichnet.

Resultat: Als bezwungen gilt ein Schwinger, wenn seine beiden Schulterblätter oder zwei Drittel seines Rückens auf dem Sägemehl liegen.

Schwinger Grand-Slam: Der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden war 2002 nach seinem Sieg am Kilchberger der erste Schwinger, der sowohl das Eidgenössische, den Unspunnen-Schwinget sowie den Kilchberger Schwinget gewann.

Turnerschwinger: Früher wurden die Städter (Turner) und Länder (Sennen) voneinander abgetrennt mit den Kleidern. Noch heute treten Turner komplett Weiss und Sennen mit schwarzer Hose und Edelweiss-Hemd an. Die heutigen Turnerschwinger entstammen den Turnvereinen und sind zumeist auch als Nationalturner im Einsatz.

Unspunnen: Erstes dokumentiertes Schwingfest 1805 fand auf der Unspunnenmatte ob Interlaken statt. Alle sechs Jahre findet der Unspunnen-Schwinget statt, zuletzt 2011.

Verlieren: Schwinger reichen sich zu Beginn eines Kampfes freundschaftlich die Hand. Zum Ende eines Kampfes wird dem Verlierer vom Sieger der Rücken abgewischt.

Wyberhaken: Aufgrund des Namens einer der bekanntesten Schwingergriffe. Gebrüder Thürig gewinnen mit ihm oft.

Zähni: Schwinger werden aufgrund ihrer Leistung benotet. Die Noten reichen zwischen 10 (Plattwurf) bis hinunter auf 8,5 (Niederlage ohne eigene Initiative). Maximalnoten werden unter den Schwinger oftmals als „Zähni“ bezeichnet.

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