Erster Freiämter Finalsieg in extremis

Die Ringerstaffel Freiamt hat die grosse Überraschung bewerkstelligt. Trotz 6:11-Rückstand zur Pause wendeten die Aargauer gegen den haushohen Favoriten Willisau das Blatt in den zweiten fünf Kämpfen auf 18:17.
Der Freiämter Ringerschwinger Roman Zurfluh (unten) blieb gegen den Bulgaren im Team von Willisau, Delian Alishahi, chancenlos und musste die Matte mit drei Verwarnungen vorzeitig räumen. (Foto: wr)

In der zweiten Hälfte gewannen die Aargauer vier von fünf Mattenduellen. Matchwinner war im letzten Kampf Yves Müllhaupt. Der Weinfelder Doppellizenzringer bei Freiamt schlug den Altinternationalen Jonas Bossert mit 9:3 Wertungspunkten, was die Wende bedeutete.

Willisau hatte ab dem zweiten Kampf in Führung gelegen. Die Aufholjagd startete Marc Weber, der bis 86 kg Greco überraschend auf Freistilspezialist Stefan Reichmuth traf. Der WM-Bronzegewinner kam mit dem Stilwechsel nicht zurecht und unterlag dem Freiämter Kraftringer 4:6. Dieser Dämpfer lastete auf den favorisierten Willisauern. Zuletzt zerbrach Jonas Bossert am Druck.

Schwacher Freiämter Beginn
In der ersten Hälfte war das Momentum auf Seiten von Willisau gekippt. In den engen Kämpfen Leichtgewichtkämpfen stahlen die Luzerner den Aargauer Mannschaftspunkte, und die Schwergewichter Samuel Scherrer und Delian Alishahi dominierten gegen die Freiämter Ringerschwinger Jeremy Vollenweider und Roman Zurfluh. Kam hinzu, dass die Kampfrichter, die Freiamt in der zweiten Hälfte eher milde gestimmt waren, in der ersten Hälfte einige umstrittene Entscheide für Willisau gefällt hatten. 

Freiamt erlitt vor Finalbeginn eine Niederlage am grünen Tisch. Der lange in Russland blockierte Magomed Aischkanow konnte vor wenigen Tagen in die Schweiz zurückreisen. Doch der Verband verweigerte dem Ringerschweizer mit einer umstrittenen Begründung die Lizenz. Damit fehlte den Freiämtern die erhoffte Verstärkung. Doch dies stachelte den Kampfgeist der Aargauer offensichtlich noch mehr an.

Freiamt – Willisau 18:17 (6:11)
Bachmatten Muri. – 1500 Zuschauer. – KR: Motzer (Zimmermann/Ewert). 57 kg Freistil: Nils Leutert – Timon Zeder 2:0 (4:0). – 61 kg Greco: Nino Leutert – Dimitar Sandov 1:2 (4:5). – 65 kg F: Michael Bucher – Mansur Mavlaev 2:1 (5:1). – 70 kg G: Pascal Strebel – Roger Heiniger 3:0 (10:0). –74 kg F: Nico Küng – Mirco Studer 3:1 (7:1). –74 kg G: Yves Müllhaupt – Jonas Bossert 3:1 (9:3). – 79 kg F: Reto Gisler – Tobias Portmann 1:3 (1:9). – 86 kg G: Marc Weber – Stefan Reichmuth 2:1 (6:4). – 97 kg F: Jeremy Vollenweider – Samuel Scherrer 1:4 (2:18 nach 5:17). – 130 kg G: Roman Zurfluh – Delian Alishahi 0:4 (Disqualifikation nach 5:27).
2. Final. Samstag, 14. Dezember, 19 Uhr (BBZ Willisau): Willisau Freiamt.

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Wolfgang Rytz

Redaktion

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