15. Mannschaftstitel für Willisauer Ringer

Die Willisau Lions haben zum 15. Mal die Schweizer Meisterschaft im Mannschaftsringen gewonnen. Mit einem 19:15-Heimsieg drehten sie gegen Freiamt den 15:18-Rückstand aus dem Hinkampf. Entscheidend waren einerseits die beiden vorzeitigen Siege der überragenden Schwergewichter Stefan Reichmuth und Samuel Scherrer in der ersten Halbzeit, andererseits die ringerische Klasse von Jonas Bossert und Tobias Portmann in der Schlussphase.
Samuel Scherrer (stehend) punktete Freiamts Christian Zemp im Kampf bis 97 kg innert zweier Minuten 15:0 aus. (Foto: wr)

In der Willisauer BBZ-Sporthalle spielte sich ein aussergewöhnlicher Ringerkrimi ab: stimmungs- weil (fast) zuschauerlos, aber extrem spannend bis zur letzten Ringersekunde. Durch die Überlegenheitssiege der beiden Willisauer Schwergewichter, die ihre internationale Klasse eindrücklich unter Beweis stellten, sowie den überraschenden Startsieg von 57-kg-Greco-Ringer Timon Zeder gegen Nils Leutert geriet Freiamt erheblich unter Druck. Stefan Reichmuths Opfer bis 130 kg Freistil war Freiamts Ringerschwinger Roman Zurfluh, der nach zweieinhalb Minuten 0:18 ausgepunktet war.
Dennoch boten sich den Aargauern in der zweiten Hälfte mehrere Chancen, das Momentum wieder auf ihre Seite zu ziehen. "Wir konnten fünf bis sechs Matchbälle nicht nützen", erklärte Freiamt-Trainer Marcel Leutert am Schluss die hauchdünne Niederlage. Wie letztes Jahr verlor die Aargauer Ringerhochburg wieder nur um einen Mannschaftspunkt. "Wenn nach 20 Kämpfen auf der Matte nur ein Punkt entscheidet, dann brauchts auch etwas Glück", gestand Willisaus Cheftrainer Thomas Bucheli, der sich nach zehn Jahren mit dem zweiten Titelgewinn in Folge verabschiedet.

"Wir dürfen den fehlenden Punkt nicht bei einem einzelnen Ringer suchen", befand Marcel Leutert. Mit Ausnahme von Nino Leutert, Michael Bucher und Magomed Aischkanow hätte jeder Freiämter mit etwas mehr Fortune den Titel auf die Freiämter Seite bringen können. Zuletzt lag die Last auf dem 46-jährigen Sportchef Reto Gisler. Doch der Urner in Aargauer Diensten scheiterte an der Herkulesaufgabe, gegen  Tobias Portmann eine technische Wertung zu ergattern. Willisaus 21-jähriger Internationaler siegte mit viel Übersicht und stoischer Ruhe 5:0. Damit erhöhte er den Mannschaftsvorsprung genau auf die benötigten vier Punkte, um den Titel erfolgreich zu verteidigen. Bucheli sprach von einem sportlich hohen Niveau und resümierte zu seinem Abschied als Meistertrainer: "Nachdem es im Freiamt nicht gut lief, war es heute umgekehrt, und wir holten in vielen Kämpfen in der Schlussphase entscheidende Punkte." 

Nationalliga A
2. Finalkampf: Willisau – Freiamt 19:15. – Total aus beiden Finalkämpfen: 34:33. – Willisau zum 15. Mal Schweizer Mannschaftsmeister.

Willisau – Freiamt 19:15 (11:7)
BBZ. -  0 Zuschauer. - KR: Zimmermann (Ewert/Fässler).
57 kg G: Timon Zeder – Nils Leutert 2:1 (3:1)
61 kg F: Lukas Bossert – Nino Leutert 0:3 (0:6)
65 kg G: Roger Heiniger – Michael Bucher 1:3 (6:14)
70 kg F: Mansur Mavlaev – Randy Vock 1:2 (2:5)
75 kg G: Jonas Bossert – Pascal Strebel 2:1 (7:4)
75 kg F: Tobias Portmann – Reto Gisler 3:0 (5:0)
80 kg G: Michael Portmann – Marc Weber 1:2 (2:6)
86 kg F: Gergely Gyurits – Magomed Aischkanow 1:3 (8:17)
97 kg G: Samuel Scherrer – Christian Zemp 4:0 (15:0 nach 2:01 Minuten)
130 kg F: Stefan Reichmuth – Roman Zurfluh 4:0 (18:0 nach 2:36).
 

 

 

Im Artikel erwähnt: 

Wolfgang Rytz

Redaktion

Kommentare