Seit über 45 Jahren für den Schwingsport im Einsatz

Während der wegen dem Coronavirus schwingfreien Zeit werden auf www.schlussgang.ch regelmässig Porträts von Schwingergrössen aus der Vergangenheit aufgeschaltet. Heute ist Paul Ackermann an der Reihe. Sein Porträt erschien im Jahr 2017. Der St. Galler war als Aktivschwinger erfolgreich und hat danach auch eine Bilderbuch-Karriere als Funktionär durchlebt. Heute setzt er sich intensiv für eine Austragung vom ESAF in St. Gallen im Jahr 2025 ein.
Im fünften Gang am NOS 1994 in Schaffhausen duellierte sich Paul Ackermann (hinten) gegen den späteren Festsieger Urs Bürgler. (Fotoarchiv Christian Mutzner/SCHLUSSGANG)

Obwohl Paul Ackermann im Oktober 2017 erst seinen 56. Geburtstag feierte, hat er sich schon weit über 40 Jahre dem Schwingsport verschrieben. In der Laudatio zur verliehenen Ehrenmitgliedschaft im Nordostschweizer Schwingerverband hiess es zu seinen Anfängen: «Als junger Bursche trat er dem Schwingklub Mels bei, wobei sich als Jungschwinger die Erfolge nicht so richtig einstellen wollten. Dies sollte sich dann als Aktiver umso mehr ändern.»

Bekannter Onkel
Zum Schwingsport kam Paul Ackermann zu Beginn der 70er-Jahre dank seinem Onkel Manfred John. «Er hat mich damals zu den Schwingern geführt und ich bin bis heute geblieben!» Ackermann, der zusammen mit acht Geschwistern auf einem Bauernhof in Ragnatsch aufwuchs, bestritt bereits beim Nachwuchs Wettkämpfe. «Es gab noch nicht so viele Anlässe, wie dies heute der Fall ist, aber wir konnten insgesamt schon fünf bis sechs Jungschwingertage pro Jahr bestreiten», erinnert sich der Rheintal-Oberländer.

Nach und nach konnte sich Paul Ackermann auch schwingerisch weiterentwickeln. Wirkte sich dies beim Nachwuchs noch nicht aus, stellten sich schnell Erfolge bei den Aktiven ein. 1981 im Alter von nicht ganz 20 Jahren gewann er am Bündner-Glarner Schwingertag in Davos seinen ersten Kranz. Wie für viele Schwinger hat auch Ackermann noch gute Erinnerungen daran. «Einen solchen Erfolg vergisst man nie.»

45 weitere Kränze folgten
Nach diesem ersten Kranzgewinn löste sich ein Knopf und in regelmässigen Abständen folgten Kranzgewinne bis zu seinem Rücktritt im Jahr 1996. Insgesamt zieren 46 Eichenlaube den Kranzkasten von Paul Ackermann.

Natürlich nehmen dabei die zwei Auszeichnungen an den Eidgenössischen Schwingfesten 1989 in Stans und 1995 in Chur einen besonderen Stellenwert ein. Den ersten ESAF-Kranz gab es 1989 mit «nur» einem Sieg am zweiten Tag. Weil Ackermann aber am ersten Tag drei Siege einfuhr, reichte es am Ende mit total vier Siegen sowie je zwei Gestellten und Niederlagen zum erhofften Kranz. Weniger eng war es 1995, als er mit je vier Siegen und Gestellten gar ohne Niederlage blieb.

Dem ehemaligen Turnerschwinger gelang es, alle in der Nordostschweiz zu gewinnenden Kränze mindestens einmal zu ergattern. Ebenfalls zu seinem Palmares zählen je ein Innerschweizer sowie Rigi-Kranz.

Mitglied im Turnverein Mels
Neben seinen sportlichen Erfolgen bei den Schwingern wusste der Rheintaler auch als Turner beim Turnverein Mels zu überzeugen. «Die Zeit beim Turnverein möchte ich nicht missen, denn nicht nur das Schwingen, sondern auch das Turnen gehört zu meiner sportlichen Vergangenheit», erklärt er. In der Sparte Nationalturnen gewann Paul Ackermann 16 Kränze. Zwei davon stammen von den Eidgenössischen Turnfesten 1984 in Winterthur und 1991 in Luzern, aber auch die vier Kränze an den Eidgenössischen Nationlturntagen in Wimmis, Münchwilen, Bonaduz und Châtel-St-Denis haben für den Unternehmer eine grosse Bedeutung.

Dank an Familie
Schon früh während der Aktivlaufbahn wurde sein organisatorisches Talent entdeckt. 31 Jahre lang amtete er in verschiedenen Funktionen, Höhepunkt war die St. Galler Kantonal-Präsidentschaft von 2009 bis 2016. «Es ist immer ein Geben und Nehmen. Darum habe ich meine Funktionärsaufgaben mit vollstem Einsatz verrichtet. Der Schwingsport ist eine Lebensschule und hat mir neue Kontakte ermöglicht.» Diese pflegt er auch in seiner derzeitigen Rolle als Mitglied des Vereins «ESAF 2025 St. Gallen».

Dass er all den Funktionen bei den Schwingern nachgehen konnte, ist auch seinem nahen Umfeld zu verdanken. «Es ist schön, dass sich auch meine Familie für den Schwingsport begeistern konnte.» Noch heute werden gemeinsam Schwingfeste besucht.

Betrieb mit aufgebaut
Nebst all seinen Arbeiten für die Entwicklung des Schwingsports hat Paul Ackermann mit einem Geschäftspartner einen mechanischen Betrieb aufgebaut. Heute beschäftigt er in diesem nicht weniger als 15 Angestellte.

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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