Spende jetzt und werde SCHLUSSGANG-Gönner

Nur der eidgenössische Kranz fehlte

Während der wegen dem Coronavirus schwingfreien Zeit werden auf www.schlussgang.ch regelmässig Porträts von Schwingergrössen aus der Vergangenheit aufgeschaltet. Heute ist Hansruedi Gloggner an der Reihe. Sein Porträt erschien im Jahr 2012. Der Ruswiler Sennenschwinger Hansruedi Gloggner erreichte im Schwingsport vieles, der ESAF-Kranz hingegen blieb ihm in vier Anläufen verwehrt. Heute verfolgt er den Schwingsport als aufmerksamer Vater von drei erfolgreichen Kranzschwingern.
2012 freute sich Hansruedi Gloggner (rechts) über den Sieg seines Sohnes Philipp am Luzerner Kantonalschwingfest. (Foto: Manuel Röösli)

Es wurde das Jahr 1985 geschrieben, als Hansruedi Gloggner endgültig an der Spitze der Schwinger angelangt war. Als 22-Jähriger gewann er in Wolhusen das Luzerner Kantonalschwingfest. «Ich traf damals im Schlussgang auf Werner Winiger und war natürlich der Aussenseiter. Umso überraschender war mein Sieg gegen ihn.» Gloggner rangierte auf Rang 1a, weil Werner Winiger trotz Schlussgangniederlage mit Rang 1b Co-Festsieger wurde. «Die Erinnerungen an diesen Tag werde ich nicht vergessen. Für mich ist es der schönste Triumph meiner Laufbahn.»

Unglückliche ESAF-Auftritte
Weniger Erfolg war dem Luzerner an den vier eidgenössischen Schwingfesten beschieden. 1983 in Langenthal trat er gar nicht erst an, weil er sich im Vorfeld verletzte. 1986 in Sion fehlte ein halber Punkt, 1989 in Stans «etwas mehr» und 1992 in Olten ein läppischer Viertelpunkt. Vor allem das letzte ESAF seiner Laufbahn war hart für ihn: «Ich habe mir im 7. Gang die Schulter ausgerenkt. Im 8. Gang kam ich deshalb nicht über einen Gestellten hinaus. Das war zu dieser Zeit nicht einfach zu akzeptieren. Heute ist das für mich nicht mehr so tragisch.»

Olten 1992 war gleichzeitig auch das letzte Schwingfest seiner Laufbahn. Nach der Operation sowie der Übernahme des elterlichen Hofes sah Gloggner als 29-Jähriger keine Möglichkeit mehr, sein Hobby Schwingen mit der nötigen Konzentration und Zeit auszuüben. Zudem erlitt er ebenfalls 1992 den Verlust seines Vaters.

Ein Familienmensch
Es ist aufgrund des frühen Verlustes seines Vaters nicht aussergewöhnlich, dass er das Familienleben als grosses Hobby bezeichnet. Als Vater von drei Söhnen und einer Tochter im Rollstuhl wird es ihm zusammen mit Ehefrau Helene im Hause Gloggner nie langweilig. Besonders stolz ist er natürlich auch auf seine drei Söhne, die wie er den Weg als Schwinger eingeschlagen haben. Und dies mit einschlagendem Erfolg. Der vorzeitige Höhepunkt war das Luzerner Kantonalschwingfest in diesem Jahr, wieder in Wolhusen im Übrigen! «Philipp hat das Fest gewonnen, Hansjörg und Reto sind ebenfalls in den Kranzrängen gelandet. Was will man mehr?», sagte Hansruedi Gloggner 2012. Zwischenzeitlich sind alle drei Gloggners nach insgesamt 65 Kranzgewinnen, drei davon am ESAF, zurückgetreten.

Fünf Jahre Klubpräsident
Nicht nur als Vater seiner drei Söhne ist er dem Schwingsport erhalten geblieben. 12 Jahre nahm er Einsitz im Vorstand seines Schwingklubs Rottal, fünf davon als umsichtiger Präsident. Auch in Organisationskomitees ist der grossgewachsene Landwirt gefragt. 2004 war er Mitglied des erfolgreichen Teams, welches das sehr gelungene Eidgenössische Schwing- und Älplerfest auf der Luzerner Allmend organisierte. Ein Jahr später amtete er als OK-Präsident des Luzerner Kantonalschwingfestes in seiner Wohngemeinde Ruswil.

Diese zeitintensiven Aufgaben hat Gloggner auch die Ehrenmitgliedschaften beim Schwingklub Rottal und dem Luzerner Kantonalverband eingebracht. Doch Gloggner hat noch nicht genug: «Ich werde  2014 in Ruswil wiederum den gleichen Job wie 2005 als OK-Präsident einnehmen. Ich freue mich schon jetzt auf diese Herausforderung.»

«Vermisse gesellige Stunden»
Der Entwicklung des Schwingsportes schaut der Ruswiler nicht nur positiv entgegen. «Heute muss man einen enormen Aufwand betreiben, wenn man als Schwinger an der Spitze mithalten will. Zu meiner Zeit war das noch etwas anders. Auch die geselligen Stunden nach den Schwingfesten vermisse ich heute.» Er warnt vor der Kommerzialisierung des Nationalsportes, obwohl er auch kein probates Mittel kennt, welches dies ein wenig eindämmt. «In erster Linie müssen die Organisatoren schauen, dass die Kranzfeste wieder die urchigen Erlebnisse wie früher werden. Sozusagen zurück zu den Wurzeln.»

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

Kommentare