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45 Kränze trotz spätem Einstieg in Schwingsport

Während der wegen dem Coronavirus schwingfreien Zeit werden auf www.schlussgang.ch regelmässig Porträts von Schwingergrössen aus der Vergangenheit aufgeschaltet. Heute ist Werner Winiger an der Reihe. Sein Porträt erschien im Jahr 2009. Der Oberseetaler Werner Winiger war in den 80er-Jahren eine feste Grösse im Luzerner Kantonalverband. Je drei Mal gewann er das Luzerner Kantonalschwingfest sowie den eidgenössischen Kranz. Der Sennenschwinger machte aber auch als Technischer Leiter eine gute Figur. In seiner Jugend sprach allerdings nichts für diese grossen Erfolge.
Werner Winiger (rechts) im Duell mit Jörg Schneider am Eidgenössischen Schwingfest 1983 in Langenthal. (Fotoarchiv Christian Mutzner/SCHLUSSGANG)

Im Gegensatz zu vielen anderen Schwingergrössen war der Luzerner Werner Winiger nicht schon in seiner frühen Jugend aktiv mit dem Schwingsport verbunden. Erst mit 16 Jahren trat der Maurerpolier 1974 dem Schwingklub Oberseetal bei. «Sepp Thalmann, der damals eine Lehre als Käser machte, begeisterte mich für den Schwingsport», sagt Winiger.

Erster Kranz am Aargauer
Die ersten Erfolge kamen schnell. «Trotz meines späten Einstiegs in den Schwingsport lief es mir von Anfang an gut. Ich konnte sofort mithalten.» Der erste Kranzgewinn schien nur eine Frage der Zeit. Nach mehreren gescheiterten Anläufen gewann Werner Winiger 1977 in Oftringen ausgerechnet am Aargauer Kantonalschwingfest seinen ersten Kranz. «Das war ein spezielles Fest, auch weil ich den Kranz gegen einen Luzerner Schwinger sicherte», erinnert sich der Sennenschwinger. Der Aargauer Kranz hat für Winiger auch eine spezielle Bedeutung, weil der Seetaler sonst an keinen ausserkantonalen Kantonal- oder Gauverbandsfesten teilnehmen konnte. «Einzige Ausnahme war ein Oberaargauisches Schwingfest, aber dort gab es in diesem Jahr keine Kranzabgabe.»

Auch national machte Winiger schnell von sich reden. 1980 gewann er am Eidgenössischen Schwingfest in St. Gallen völlig überraschend den Kranz. «Es war auch für mich eine grosse Sensation, denn ich qualifizierte mich mit gerade mal einem Kranzgewinn fürs Eidgenössische.» Diesen Kranz sicherte sich Winiger am Innerschweizerischen in Bürglen. «Ich brach Anfang Saison am Herlisberg-Schwinget mein Achselbein und fehlte beim grossen Teil der Kranzfestsaison. Somit war nicht nur der eidgenössische Kranz, sondern gar schon die Teilnahme in St. Gallen ein Höhepunkt.» Der damals 23-jährige Maurerpolier rettete in St. Gallen die Ehre der Luzerner. Als einziger der Leuchten gewann er den Kranz. Mit 75,50 Punkten belegte er den 9. Schlussrang und bekam den Kranz als 42. und Letzter aufgesetzt. Den entscheidenden Gang gewann er gegen Heinz Hofer. «Eine Woche später wurde ich zu Hause von der Gemeinde empfangen. Das war ein sehr schönes Erlebnis.»

Zwei weitere Eidgenössische Kränze
An den beiden folgenden Eidgenössischen 1983 in Langenthal (8. Rang) und 1986 in Sion (8. Rang) gewann er zwei weitere Kränze von eidgenössischer Prägung. «Besonders der Kranz in Langenthal war für mich wichtig, denn es galt meinen Exploit von vor drei Jahren zu bestätigen.» Am «Heim»-Eidgenössischen 1989 in Stans hingegen war Winiger nicht mit Glück gesegnet. Nach einer Verletzung im zweiten Gang musste er den Wettkampf vorzeitig beenden. Noch schlechtere Erinnerungen hat der kräftige Schwinger aber ans Eidgenössische in Olten. Das letzte Schwingfest seiner Laufbahn sollte dieser die Krone aufsetzen. «Ich verpasste den Kranz, aber ich wäre gerne nochmals vor die Ehrendamen gekniet.»

Heimsieg in Hitzkirch
Drei Mal reichte es Winiger an einem Kranzfest an die Spitze. 1984, 1985 und 1991 gewann er das Luzerner Kantonalschwingfest. Eine besondere Bedeutung hat sein letzter Sieg 1991 praktisch vor der Haustür in Hitzkirch. «Dass ich mit 34 Jahren nochmals triumphierte, darauf bin ich noch heute stolz.» Hitzkirch ist übrigens 2009 Gastgeber des Luzerner Kantonalschwingfestes. Werner Winiger hat als Gabenchef einen schönen Gabentempel zusammengestellt.

Winiger ist aber auch im Besitze aller Innerschweizer Kantonalkränze sowie den Teilverbandskränzen aus der Nordost- und Nordwestschweiz. Zudem gewann er alle zu dieser Zeit möglichen Bergkränze.

Etwas Einmaliges verpasste Winiger aber aufgrund seines Rücktritts: «Wären ich und Peter Wimer 1992 nicht zurückgetreten, hätte der Schwingklub Oberseetal die Saison 1993 mit uns beiden sowie Urs Sattler, Urs Grüter und meinem Bruder Beat mit fünf Eidgenossen in Angriff genommen.»

Technischer Leiter der Luzerner
Nebst diversen Ämtern beim Schwingklub Oberseetal war Werner Winiger nach seiner aktiven Zeit von 1996 bis 2001 Technischer Leiter des Luzerner Kantonalverbandes. Dies brachte ihm die Ehrenmitgliedschaft beim Schwingklub Oberseetal, beim Luzerner Kantonalverband, beim Innerschweizer Schwingerverband und zuletzt beim Eidgenössischen Schwingerverband ein. Heute verfolgt Winiger den Schwingsport als Fan und hilft hie und da auch gerne auch bei Anlässen rund um den Schwingsport mit.

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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