Ueli Banz mit sofortigem Rücktritt

Schweren Herzens gibt der Hasler Ueli Banz seinen Rücktritt vom aktiven Schwingsport bekannt. Trotz aller Bemühungen erlaubt ihm die am Rigi-Schwinget erlittene Schulterverletzung die Teilnahme am Eidgenössischen in Burgdorf nicht.

Der Entlebucher Eidgenosse Ueli Banz tritt per sofort zurück. Er war sich schon länger sicher, dass er nach dem Eidgenössischen in Burgdorf zurücktreten würde. Entsprechend seriös und gezielt hat sich Ueli Banz auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet. Und er war in einer beneidenswerten Form. Seine Saison verlief wie geplant. Am Luzerner Kantonalen kam er in den Schlussgang. Danach holte er sich den Urner- und den Stoos-Kranz und durfte am Innerschweizerischen in Emmen gar zum 50. Mal vor einer Kranzjungfer in die Knie gehen und sich das Eichenlaub aufsetzen lassen.

Schulterverletzung brachte das Aus
Eine Woche nach dem 50. Kranzgewinn kam der verhängnisvolle dritte Gang auf der Rigi. Ueli Banz renkte sich im Kampf gegen Jonas Lengacher die rechte Schulter aus. Diese wurde noch auf dem Platz wieder eingerenkt. „Ich habe aber schon da gespürt, dass es für Burgdorf eng werden würde. Trotzdem habe ich mich mit Konditions- und Krafttraining fit gehalten“, sagt Ueli Banz. Im Schwingkeller kam dann aber die Ernüchterung. Gewisse Bewegungen waren zu schmerzhaft. So entschied er sich in Burgdorf nicht anzutreten, was dem Rücktritt gleich kommt.

Höhepunkt am Eidgenössischen in Luzern
35 Jahre mussten die Entlebucher warten bis sie nach Josef Bieri (1969 in Biel) wieder einen Eidgenossen feiern durften. 2004 sorgte Banz in Luzern für die Trendwende. Aber auch dieser Kranz stand für kurze Zeit auf des Messers Schneide. Ueli Banz griff nach hervorragender Vorarbeit im sechsten Gang mit dem Berner Reto Maurer zusammen, verlor diese Partie und verletzte sich dabei am Kinn. Der zähe Metzger liess sich die Wunde heften. Mit einem turbanähnlichen Verband versehen holte er sich schon im siebten Gang gegen Markus Bolz den Kranz. Der abschliessende Sieg gegen den Eidgenossen Bruno Fäh brachte ihm den ausgezeichneten 4. Rang ein. 2010 in Frauenfeld folgte der zweite Kranzgewinn.

Vater war ein grosser Förderer
Ueli Banz war schon als Jungschwinger sehr erfolgreich. Sein Vater Peter war sein grosser Förderer. „Er gab mir Tipps, fuhr mit uns Jungschwingern von Fest zu Fest und war auch viel beim Training in der Schwinghalle dabei“, erinnert sich Ueli Banz. Auch bei Jungschwingerbetreuer Franz Heer habe er sehr viel gelernt. Sein erstes Kranzfest als Aktivschwinger durfte er 1998 ausgerechnet vor seiner Haustüre in Hasle bestreiten. Noch reichte es nicht zum Kranz. Ein Jahr später in Ebikon war es dann soweit und er durfte sich das erste Eichenlaub aufsetzen lassen.

Die Familie steht nun im Vordergrund
Ueli Banz weiss, dass eine solche Karriere nicht ohne ein funktionierendes Umfeld möglich wäre. Daher ist er heute seiner Familie, dem Verband, den Kollegen, seinen Fans, den Gönnern und Sponsoren von Herzen dankbar für alle Unterstützung. Er kann sich durchaus vorstellen früher oder später in irgend einer Funktion im Schwingwesen tätig zu sein. „Vorerst hat jetzt aber meine junge Familie Priorität“, meint Banz. Mit Karin Bettschen aus dem Kandertal hat er eine ebenfalls schwingbegeisterte Frau an seiner Seite, und die acht Monate alte Tochter Leonie gibt im Haushalt schon gehörig den Ton an. Ueli Banz ist auch beruflich stark engagiert. Seit zwei Jahren führt er zusammen mit einem Geschäftspartner eine Metzgerei in Kerns mit 40 Angestellten.

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