Schritt für Schritt den Anschluss an die Spitze gefunden

Aus dem aktuellen SCHLUSSGANG (Rubrik Schwinger mit Lario Kramer): Man darf sagen, dass Lario Kramer mit seinem Sieg auf dem Stoos 2018 eine entscheidende Wende in der Südwestschweiz einläutete. Nach seinem Kranzgewinn in Zug ist Kramer eines der Aushängeschilder in der Südwestschweiz.
Seine Ziele hat Lario Kramer (hinten, gegen Joel Ambühl) erreicht: Am ESAF 2019 in Zug holte er sich seinen erwünschten ersten eidgenössischen Kranz. (Foto: Tobias Meyer)

Obwohl der Deutschfreiburger das Training im Sägemehl schmerzlich vermisst, versucht der Gemüsegärtner das Beste aus der momentanen Situation zu machen. Die auferlegte trainingsfreie Zeit erlaubt es dem Naturburschen, sein Studium als Agro Kaufmann HF intensiv voranzutreiben. Daneben ist im Familienbetrieb seines Vaters in Kerzers immer genügend Arbeit vorhanden, sodass Langeweile kein Thema ist. Nebst der schweren Arbeit als Gemüsegärtner versucht sich Lario Kramer mit Velofahren und Laufen körperlich fit zu halten.

Erfolgreiche Saison
Mit seinen gezeigten Leistungen in der vergangenen Saison ist Lario Kramer sehr zufrieden. «Mein grosses Ziel, den Gewinn des eidgenössischen Kranzes, habe ich erreicht, daneben durfte ich noch einen Kranzfestsieg feiern.»

Nach einem gestellten Gang im Anschwingen gegen Joel Ambühl und drei Siegen lag der Südwestschweizer am Samstagabend sehr gut im Rennen. «Dabei hat mir der Sieg gegen Andreas Ulrich im vierten Gang viel Auftrieb und Selbstvertrauen gegeben.» Nach dem für den Kranzgewinn nötigen Sieg im achten Gang gegen Rainer Betschart war die Freude über den grossen Erfolg natürlich riesengross.

Optimale Trainingsgruppe
Zusammen mit Remo Käser, Patrick Schenk und Stefan Studer bildet Lario Kramer eine Trainingsgruppe, die unter der Leitung von Andreas Lanz zusammen Kraft und Kondition trainiert. Zudem absolviert der Freiburger in normalen Zeiten ein wöchentliches Schwingtraining in Kilchberg. «Die Trainingseinheiten in Kilchberg haben mir auf dem Weg zur Spitze sehr viel gebracht. Zudem haben wir untereinander eine sehr gute Kameradschaft und unterstützen uns gegenseitig.»

Gross ist die Freude bei Lario Kramer, dass wenigstens das Krafttraining in einem beschränkten Rahmen wieder möglich ist. «In der Gruppe zu trainieren ist sehr motivierend. Zudem kennt uns Andreas Lanz sehr gut und kann individuell auf jeden Einzelnen eingehen.»

Viel Herzblut
Ob im Sport oder im Berufsleben, Lario Kramer geht die Aufgaben immer mit sehr viel Herzblut an. «Um die gesteckten Ziele zu erreichen, braucht es in allen Lebenslagen eine grosse Selbstdisziplin. Halbe Sachen mag ich nicht. Stecke ich mir ein Ziel, versuche ich dieses mit allen mir vorhandenen Mitteln zu erreichen.» Dabei eine gewisse Lockerheit nicht zu verlieren ist jedoch sehr wichtig.

Wenn der Trainingsbetrieb wieder im normalen Rahmen möglich ist, ist der wöchentliche Terminplan wieder voll ausgefüllt. Am Montag und Mittwoch stehen Kondition und Kraft auf dem Programm, am Dienstag wird das Schwingtraining in Kilchberg besucht und donnerstags und freitags wird im Schwingkeller in Kerzers trainiert.

Wichtige Bezugsperson
In der Person von Werner Jakob steht Lario Kramer eine wichtige Bezugsperson zur Seite. Der ehemalige eidgenössische technische Leiter begleitet seinen Schützling seit Jahren. «Werner gibt mir jederzeit wichtige Tipps. An den Schwingfesten ist Werner eigentlich immer im Hintergrund anwesend. Brauche ich ein Gespräch oder eine Motivationsspritze, ist Werner umgehend zur Stelle. Für uns Südwestschweizer sind Personen wie Werner Jakob sehr wichtig.»

In den letzten Jahren ist in der Südwestschweiz eine verschworene Gemeinschaft entstanden, die mit vereinten Kräften den Anschluss an die nationale Spitze sucht. «Obschon bei uns die Mannschaft immer noch aus Einzelkämpfern besteht, scheint sich mehr und mehr eine Mannschaft zu bilden, die auf nationaler Ebene bestehen kann.»

Hoffen auf baldige Öffnung
Obschon sämtliche Kranzfeste in der Südwestschweiz abgesagt sind, hofft Lario Kramer auf eine baldige Öffnung, sodass wenigstens noch einige Regionalfeste durchgeführt werden können. Er freut sich bereits heute wieder darauf, sich mit den Schwingern aus den anderen Teilverbänden messen zu dürfen. «Für mich ist es wichtig, möglichst viele Schwingfeste bestreiten zu dürfen. Dabei freue ich mich immer, wenn ich als Gast in einen anderen Teilverband eingeladen werde. Dies sind für mich immer sehr wichtige Standortbestimmungen.»

Für den Freiburger Spitzenschwinger gilt, wie für alle, das Beste aus der momentanen Situation zu machen.

Der SCHLUSSGANG veröffentlicht ab sofort jeweils am Tag nach der Erscheinung der Printausgabe einen Text aus der Zeitung.

Auch in der Corona-bedingt schwingfreien Zeit, informiert der SCHLUSSGANG mit seiner Printausgabe wie gewohnt 19 Mal pro Jahr aktuell und kompetent. Auch ohne Schwingfeste bietet der Schwingsport viele spannende Geschichten rund ums Sägemehl.

Nutzen Sie, liebe/r Nicht-Abonnent/in, die Möglichkeit und bestellen Sie ein kostenloses SCHLUSSGANG-Exemplar nach Hause. Mehr dazu hier (Formular Bestellung SCHLUSSGANG).

Im Artikel erwähnt: 

Werner Frattini

Freier Mitarbeiter Text

Kommentare