"Ich übernehme die volle Verantwortung"

Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe der positiven Dopingbescheides nahm Bruno Gisler vor den Medien Stellung zu seinem Vergehen.
Bruno Gisler (unten) am Eidgenössischen Schwingfest

Sichtlich schwer fiel Bruno Gisler am Freitagnachmittag, 6. Dezember, der Gang vor die Medien. Wenige Stunden zuvor wurde in den Medien bekannt, dass Bruno Gisler im Rahmen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Burgdorf in der Dopingkontrolle hängengeblieben war.

Der ESV hat sofort reagiert und Bruno Gisler für sechs Monate (bis 25. Mai 2014) gesperrt. Zudem wird dem Solothurner der Gewinn des Eidgenössischen Kranzes 2013 aberkannt. Das entspricht einem milden Urteil, weil Gisler der Dopingkommission glaubhaft darstellen konnte, dass er die Substanz nicht wissend zu sich genommen hat.

"Ein grosser Schock für mich"
Am 8. Oktober sei er über das Dopingvergehen informiert worden. Danach brach für den Familienvater eine Welt zusammen. "Das war ein grosser Schock für mich, bin ich doch ein entschiedener Gegner von Doping. Es ist für mich und meine Familie keine einfache Zeit, weil uns dies sehr belastet."

Falscher Spray verwendet
Die Ursachenforschung bei der Familie Gisler war lang. "Immer wieder stellten wir uns die Frage, wie dies geschehen konnte. Nach vielen Gesprächen gibt es für uns nur eine Begründung: Während der Schwangerschaft meiner Frau - sie litt unter Übelkeit - habe ich unbewusst zur Vorbeugung einer Grippe ihr Medikament genommen. Sie nahm wie ich einen Spray zu sich. Im Gegensatz zu meinen verschrieben Resistenzspray, kann der Übelkeitsspray meiner Frau die verbotene Substanz enthalten. Da die beiden Sprays im gleichen Schrank waren und nur durch die Beschriftung voneinander getrennt werden konnten, habe ich den kapitalen Fehler begangen." Wie oft er den Spray seiner Frau verwendete, ist nicht mehr nachzuvollziehen.

Das vom ESV ausgesprochene Urteil wird Bruno Gisler nicht anfechten. "Die Festellungen des Urteils akzeptiere ich voll und ganz. Ich übernehme die Verantwortung und akzeptiere auch das Urteil.

Appell an Schwingerkollegen
Bruno Gisler nutzte die Plattform aber auch zum Appell an seine Schwingerkollegen: "Passt auf war ihr zu euch nehmt. Schaut genau hin und überlegt euch, wie ihr das was mir passiert ist, verhindern könnt."

Nach dem Ablauf der Sperre Ende Mai 2014 will Gisler wieder an den Wettkämpfen teilnehmen. Nicht betroffen von der Sperre sind die Besuche der Trainings. Er darf sich also weiterhin bei seinem Schwingklub fit halten und in Form für das Comeback bringen. Ein Comeback, dass es auf jeden Fall geben soll. Bruno Gisler will wieder auf die Schwingplätze zurückkehren.

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