ESAF Fokus (Teil 7): Interview OKP (1)

In 17 Tagen wird in Burgdorf das ESAF-Festgelände eröffnet. Das führende Fachportal vom Schwingsport, SCHLUSSGANG.CH, wird ab dem 5. August täglich an den Wochentagen in einer Serie auf den Saisonhöhepunkt einstimmen. Heute: Teil 7.
Das ESAF ist derzeit in aller Munde.

SVP-Nationalrat Andreas Aebi hat derzeit wohl einen der interessantesten, aber auch anspruchvollsten OK-Jobs der Schweiz. In zwei Teilen gibt er Auskunft über den Stand der Dinge in der Organisation sowie über Erfreuliches und Negatives aus den bisherigen Arbeiten. Heute der Interview-Teil 1.

Andreas Aebi, es geht noch ein Jahr bis zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2013 in Burgdorf im Emmental. Wie weit steht man bei der Organisation?
Andreas Aebi: Wir sind gefestigt auf allen Stufen. Wichtig ist, dass unser Büro mit Geschäftsführer Patrick Sommer und dem ESV-Vertreter Rolf Gasser so gut funktioniert. Auch im Präsidium arbeiten wir kollegial zusammen. Derzeit sind wir an der zweiten und dritten Stufe im Sponsoring. Hier gilt: «Gebratene Tauben fliegen nicht einfach so in Haus». Auch mit dem Militär, der SBB und dem Schweizer Fernsehen sind wir auf positivem Wege. Besonders erfreulich für mich ist, dass im OK mit 220 Personen so gut zusammengearbeitet wird. Das ist nicht selbstverständlich. Die Region freut sich zudem sehr auf den Anlass, was unsere Arbeit sicherlich auch erleichert. Wir müssen aber dranbleiben, auch bei der Rekrutierung der Helfer. Wir benötigen 3500 Personen an den drei Tagen.

Bevor wir auf die einzelnen Punkte eingehen, wollen wir ihre Person noch ein wenig genauer kennenlernen. Haben Sie selber auch geschwungen?
Aebi: Ich habe tatsächlich schon einmal selber geschwungen. Das weiss aber fast niemand aus meinem Umfeld (schmunzelt) ... 1968 in einem CVIM-Herbstlager habe ich einen Jungschwingertag gewonnen. Dabei blieb es aber aus sportlicher Sicht. Ich stamme jedoch aus Alchenstorf und das ist dank Adrian Käser oder Matthias Sempach kein unbekannter Ort im Schwingsport.

Haben Sie familiären Bezug zum Schwingsport?
Aebi: Ja, mein Grossvater hat geschwungen. In den Gesprächen mit ihm habe ich gespürt, was für eine Bedeutung unser Nationalsport hat. Zudem hat es in den umliegenden Gemeinden wie Ersigen oder Koppigen immer wieder starke Schwinger wie Hans Stucki gegeben. Als Lehrlingsausbildner bin ich auch schon mit dem Schwingsport in Kontakt getreten. Schwinger wie Roland Ochsner oder Markus Galli haben oder bestreiten derzeit bei mir ihre Lehrzeit zum Landwirt.

Wie haben Sie reagiert, als die Anfrage als OK-Präsident kam?
Aebi: Dieses Mail, das erste im Zusammenhang mit dem ESAF 2013, habe ich noch immer gespeichert. Es war und ist noch immer eine sgrosse Ehre und ich habe keinen Moment gezweifelt, ob ja oder nein.

OKs werden unterschiedlich geführt. Wie handhaben Sie dies?
Aebi: Ich gestalte die Führung wie bei einem Bataillon im Militär. Ich habe die Gesamtübersicht und wenn nötig oder verlangt, gehe ich gerne mit in die Detailarbeiten.

Sie haben drei wichtige Punkte in der Organisation angesprochen: Militär, SBB und SRF. Wird das Militär wieder mithelfen?
Aebi: Wir haben das Glück, dass der Sportminister, Bundesrat Ueli Maurer, ein Fan des Schwingsports ist. Zudem ist in unserem OK mit Altbrigadier Rufer ein Mitglied, welches einen guten Beitrag leistet. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Ist die Zugfahrt wieder im Ticket miteinbegriffen?
Aebi: Wir haben mit der SBB eine einvernehmliche Lösung gefunden. Und ja, die Tickets für An- und Rückreise sind im Ticketing miteinbegriffen. Auch die Zufahrt der Extrazüge aus allen Richtungen in den Bahnhof Burgdorf ist geregelt.

Wird das Schweizer Fernsehen wieder zwei Tage live berichten?
Aebi: Derzeit sind wir mit dem SRF in Abklärungen. In diesen ist auch der ESV involviert. Durch die Live-Übertragung wird für den Schwingsport sicherlich gute Werbung gemacht, doch man darf nicht vergessen, dass für eine komplette Übertragung auch für uns grosse finanzielle Anstrengungen nötig sind.

Durch die fehlende Infrastruktur auf dem Festgelände entstehen viele zusätzlichen Kosten, die in Frauenfeld nicht nötig waren. Ist die Finanzierung gesichert?
Aebi: Wir haben das Budget zwei Mal bereinigt. Jetzt sind wir soweit, dass das Controlling unser Budget genehmigt hat. In der Planung, vor allem auch aus finanzieller Sicht, müssen diverse Szenarien einkalkuliert werden.

Welche Szenarien?
Aebi: Was passiert beispielsweise, wenn es zwei Tage durchregnet. Oder auch ein Überlaufen der Emme ist möglich. Etwa alle 100 Jahre gibt es in dieser Region ein Gewitter der höchsten Kategorie, auch ein solches Szenario gehört in unsere Vorbereitung. Wir machen uns viele Gedanken, denn die Auflagen der Gebäudeversicherung sind gewaltig.

Der Anlass endet am 1. September. Wieso schwingt man erst so spät?
Aebi: Dieses Datum konnten wir nicht beeinflussen. Das kommt von Verbandsseite. Wir hätten den Anlass lieber eine Woche zuvor ausgetragen, zu einem Zeitpunkt wo die letzten Anlässe stattfanden.

Fortsetzung in der ESAF-Fokusserie am Donnerstag, 15. August.

Die Serie "ESAF Fokus" wird am Mittwoch, 14. August, mit Teil 8 (Vorschau NWSV) fortgesetzt. Mehr Informationen rund um das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2013 gibt es auch im Dossier ESAF auf dem SCHWINGER-App sowie unter www.schlussgang.ch.

Kommentare