Drei Kranzfeste - drei Eidgenossen obenaus

Drei Kranzfeste und ein Regionalfest standen am gestrigen Sonntag auf dem Programm. Dabei überzeugte der Nachwuchs ein weiteres Mal, am Ende setzten sich aber dennoch die Routiniers durch.
Matthias Sempach (hinten, gegen Jonathan Giroud) zeigte am Südwestschweizerischen Schwingfest in Savièse eine reife Leistung. (Foto: Rolf Eicher)

Und er ist wieder da, sobald es ernst wird. Andi Imhof hat einen weiteren grossartigen Erfolg seiner Laufbahn hinzugefügt. Der 30-jährige Urner gewann in eindrücklicher Manier das Bergkranzfest auf der Rigi. Wegweisend für seinen Tagessieg waren die beiden Siege gegen die Eidgenossen-Gäste Stefan Burkhalter und Bruno Gisler. Im Schlussgang gegen Edi Kündig ging er kein Risiko mehr ein, kam aber in der zweiten Hälfte des Ganges doch noch zum Sieg und krönte so einen erfolgreichen Tag.

Der Mann des Tages auf der Rigi war aber auch Joel Wicki. Der 17-jährige Luzerner zeigte eine beeindruckende Leistung und kam zu zwei Siegen gegen Eidgenossen. Zuerst bezwang er Remo Stalder, danach gelang ihm der Coup gegen Schwingerkönig Arnold Forrer. Forrer seinerseits zeigte einen starken Auftakt mit dem Sieg gegen den enttäuschenden Christian Schuler, fiel in der Folge aber schnell aus der Entscheidung. Mit drei Siegen am Nachmittag gelang ihm immerhin noch der Kranzgewinn.

Matthias Sempach überlegen
Das tadellos organisierte Südwestschweizer Schwingfest mit nicht weniger als 2500 Zuschauern war eine Beute von Schwingerkönig Matthias Sempach. Der Oberaargauer zeigte in den ersten fünf Gängen keine Schwäche und dominierte den Wettkampf nach Belieben. Im Schlussgang gegen Schwingerkönig Kilian Wenger konnte er sich so einen Gestellten leisten. Hinter Sempach klassierte sich Andreas Ulrich auf Rang 2 dank fünf Siegen. Er war damit noch einen Rang besser als Schlussgangteilnehmer Wenger.

Sempach traf den ganzen Tag auf insgesamt vier Gäste, was die aktuelle Situation in der Südwestschweiz widerspiegelt. Die Romands haben etwelche Mühe mit den anderen Verbänden mitzuhalten. Immerhin gab es in Form von jungen Kranzgewinnern etwas zu feiern und die Hoffnung ist wieder grösser, dass man dereinst wieder mit den besten Schwingern der anderen Verbände mitzuhalten vermag.

Michael Bless wie erwartet
Wie im Vorfeld erwartet gewann Michael Bless in Gonten das Appenzeller Kantonalfest. Der 28-jährige Sennenschwinger feierte seinen fünften Kranzfestsieg seiner Laufbahn. Zwar startete er mit dem Gestellten gegen Fabian Kindlimann mässig in den Wettkampf, war danach aber nicht mehr zu stoppen. Im Schlussgang bezwang er Andreas Fässler.

Mitten in die Appenzeller Dominanz an der Spitze sprang der 16-jährige Samuel Giger. Mit einer beeindruckenden Leistung gewann er seine ersten vier Duelle. Im Kampf gegen Bless war aber auch das Supertalent chancenlos.

Schwingen bis 18.45 Uhr
Die Zuschauer etwas gar lange auf die Folter spannten die Organisatoren am Engelberg-Schwinget ob Dulliken. Der auf drei Schwingplätzen ausgetragene Schwingertag für die Aktiven und den Nachwuchs zog sich zum Ärger vieler Besucher in die Länge. Am Ende war das Fest fast zwei Stunden nach Programm zu Ende. Es wird Zeit, dass man gegen solche Zeitverzögerungen einen Riegel schiebt. Es kann ja schliesslich nicht im Sinne der Schwinger und Organisatoren sein, dass noch vor dem Schlussgang, dem wichtigsten Gang des Tages, zahlreiche Zuschauer schon auf dem Heimweg sind.¨

Sportlich übrigens warf der Engelberg-Schwinget keine hohen Wellen. Tiago Vieira sicherte dem in dieser Saison besonders erfolgreichen Schwingklub Aarau einen weiteren Tagessieg. Im Schlussgang bezwang er Klemens Stegmüller. Angetreten waren im Übrigen 42 Aktive. 

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