Bruno Fäh beendet Laufbahn

Nachdem er die beiden letzten Jahre infolge Verletzungen pausieren musste, erklärt der 35jährige Sennenschwinger nun seinen Rücktritt vom aktiven Schwingsport.
Bruno Fäh anlässlich seines einzigen Kranzfestsieges 2009 in Ennenda/GL.

Seit seinem ersten Kranzgewinn am Bündner Kantonalen 1995 als Sechzehnjähriger Jungschwinger bis zu seinem letzten Fest, dem Unspunnenschwinget 2011, war Bruno Fäh der Bannerträger und das Aushängeschild des Schwingerverbandes Rapperswil und Umgebung, später aber auch eine zuverlässige und sehr erfolgreiche Stütze des St.Galler Kantonalen und NOS-Verbandes. In den letzten beiden Jahren aber warteten die Schwingerfreunde vergeblich auf sein Comeback im Sägemehl. In der Saison 2012 war wegen Verletzungen und einem Bauprojekt auf seinem Bauernhof in der Breite in Benken  an Schwingen nicht zu denken.
 
Heimspiel fiel aus
Auch seine beiden grossen Ziele in der letzten Saison, das St.Galler Kantonale vor seiner Haustüre in Benken und das Eidgenössische in Burgdorf, musste Bruno nach etlichen gesundheitlichen Rückschlägen abschreiben. Zwar wieder gesund, fit und aufgestellt wie eh und je, wäre eine Rückkehr ins Sägemehl noch denkbar gewesen. Ein ausgefülltes Berufsleben auf seinem 26 ha grossen Bauernheimet mit Milchwirtschafts- und Pouletmastbetrieb aber gaben dem  35 Jahre alt werdenden Meisterlandwirt das Signal zum Rücktritt. „Ich habe in meiner rund 20jährigen Schwingerlaufbahn wunderbare Momente der Kameradschaft, einige schöne Erfolge und viel Sympathie erleben dürfen."

Erster Kranz mit 16 Jahren
Den allerersten Kontakt zum Schwingsport ergab sich am St.Galler Kantonalen 1989 in Benken. Ein paar Wochen später, als das Eidgenössische in Stans im Fernsehen übertragen wurde, gab es für den zehnjährigen Bauernsohn kein Halten mehr: Schon zwei Tage später und fortan jeden Dienstag war das Talent aus Benken in der Schwinghalle  Schänis im Training. Bald stellten sich die ersten Zweige und Kategoriensiege ein. Als er mit 16 Jahren, damals in der Lehre im Züribiet, bei den „Grossen“ mitmachen durfte, gab es auch schon den ersten Kranz, am Bündner Kantonalen 1995 in Klosters. Mit 18 wurde er als Gast bereits Zweiter am Zuger Kantonalen, ein Jahr später  folgte der erste Bergkranz auf der Rigi und mit 20 das erste NOS-Laub.

2001 zum Eidgenossen aufgestiegen
Den endgültigen Durchbruch schaffte Fäh dann 2001 mit 7 Kränzen, darunter das erste Eidg. Laub in Nyon. „Die erstmalige Krönung zum Eidgenossen ist sicher für jeden Schwinger ein unvergesslicher Moment, Für mich war die Freude doppelt gross, weil auch Trainingskamerad  „Schanggi“ (Jean-Claude Leuba, heute Präsident des Schwingerverbandes Rapperswil) den Kranz erreichte!“

80 Kränze, davon drei „Eidgenössische“!
In der Folge gehörte Bruno Fäh während zehn  Jahren zur absoluten Spitze im NOS-Verband, holte 2004 in Luzern und 2010 in Frauenfeld nochmals eidgenössische Lorbeeren. Seine Schwingerstube zieren nun in mehrfacher Ausführung alle Ostschweizer Kantonal-, alle sechs Berg- und mit Ausnahme des Innerschweizer- auch alle Teilverbandskränze. Sein Traum, einmal ein Kranzfest gewinnen zu können, wurde 2009 am Glarner-Bündner in Ennenda wahr.  Sieben Mal an einem Kranzfest erreichte der Benkner den Schlussgang, drei Mal am St.Galler-, je einmal am Glarner-, Zürcher- und Schaffhauser Kantonalen, sowie einmal auf der Schwägalp. Dazu kamen drei Einsätze am Unspunnen- und einer am Kilchbergerschwinget hinzu.

Nummer drei in der Klubewigenliste
Imponierend ist sein Leistungsausweis auch an den Verbands- und Regionalfesten. Fünf Mal  siegte  er am eigenen Verbandsfest, drei Mal am Frühjahrsschwinget Schaffhausen, je zwei Mal am Zürcher Niklausschwinget und Bachtelschwinget, sowie je ein Mal am Rickenschwinget und Gibelschwinget in Bonstetten. Dazu kommen unzählige Ehrenplätze an Kranz- und Regionalfesten. Mit 80 Kränzen ist Bruno Fäh in der über 80 jährigen Geschichte seines Clubs an dritter Stelle hinter Karl Oberholzer, Uznach mit 100 Kränzen und Kurt Schneiter mit 81 Kränzen.

Kurz-Bur ,  das Erfolgsrezept!
Mit einem Wettkampfgewicht von rund 120 kg und einer Grösse von 1.92m gehörte der immer vorbildlich gekleidete Sennenschwinger zu den auffallenden Erscheinungen auf den Schwingplätzen. Sein Paradeschwung war der Kurzzug in engen Griffen und das Nachfahren am Boden im Bur oder Kniekehlengriff. Immer wieder konnte der Eidgenosse aus Benken mit dieser Kombination sogenannt „Unbezwingbare“ auf den Rücken drehen. Schon in jungen Jahren beherrschte er aber auch den Lätz und lernte links- und rechts herum zu schwingen. „Dies war mir immer wichtig“ betont Bruno Fäh.

Mit den Schwingern weiterhin verbunden
Seit fünf Jahren amtet Eidgenosse Bruno Fäh auch im Vorstand des Schwingerverbandes Rapperswil als kompetenter und gewissenhafter Finanzchef. Schon seit geraumer Zeit ist er regelmässig auch wieder in der Schwinghalle Schänis aktiv, bringt seinen beiden Buben in spielerischer Form Griffe und Schwünge bei und unterstützt Leiter Peter Bühler bei der Gestaltung des Trainings.

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