Absage in Appenzell keine Option

Das Organisationskomitee des Jubiläumsschwingfestes «125 Jahre ESV» ist zuversichtlich, dass der Anlass wie geplant am 30. August 2020 durchgeführt werden kann. Die Verantwortlichen gehen, soweit es unter diesen besonderen Umständen möglich ist, ihren Vorbereitungen zielgerichtet nach. Bei all diesen Arbeiten hat das Einhalten der Corona-Vorgaben des Bundes und der Kantone oberste Priorität. So verzichtet das EJSF-OK auf klassische Sitzungen und nutzt anstelle dessen digitale Hilfsmittel.
Das OK vom Jubiläumsschwingfest 2020 ist voller Hoffnung, dass dieses Jahr in Appenzell geschwungen werden kann. (Foto: Lorenz Reifler)

Auch wenn die Welt aktuell Kopf steht, gehen die OK-Mitglieder des EJSF «appenzell 2020» zielgerichtet ihren Vorbereitungen nach. Haben die Verantwortlichen keine Angst, dass der Grossanlass ebenfalls Opfer der Corona-Krise wird? OK-Präsident Reto Mock gibt sich verhalten optimistisch: «Laut Expertenaussagen sollte sich die Corona-Situation über die Sommermonate entspannen. Zudem hat die Innerrhoder Standeskommission die Landsgemeinde auf den 23. August verschoben, was uns zusätzlich in der Hoffnung bestärkt, dass zu diesem Zeitpunkt sämtliche Veranstaltungsverbote aufgehoben sein sollten. Dies setzt natürlich voraus, dass sich aktuell alle strikte an die Corona-Vorgaben des Bundes und der Kantone halten.» Auch Personalchef Johann Signer plant mit seinen Leuten weiter. Er verhehlt aber nicht, dass die momentane Situation für ihn und sein Team belastend ist: «Selbstverständlich verzichten auch wir nun auf klassische Sitzungen und nutzen anstelle dessen digitale Hilfsmittel wie Skype. Das hat sich im Ressort Personal bereits sehr gut bewährt.» Die Helfersuche lief sehr erfolgreich: Über 2000 Helfer sind in den Systemen erfasst. In einer zweiten Phase arbeiten nun die Personalverantwortlichen daran, alle Arbeiten und Schichten auf die rund 150 Einsatzorte zu verteilen. Diese Daten sind auch bei einer allfälligen Verschiebung nicht verloren. «Für die dritte Phase – die der definitiven Zuordnung der Helferinnen und Helfer – ist es für uns wichtig, rechtzeitig zu erfahren, ob das EJSF am 30. August 2020 stattfindet oder verschoben werden muss», hält Johann Signer fest.

Viele Anfragen betreffend Durchführung
Auf der EJSF-Geschäftsstelle werden die Vorbereitungsarbeiten ebenfalls wo immer möglich im geplanten Zeitplan vorangetrieben, wie Hans Sollberger sagt: «Im Moment stecken wir mitten in der Ticket-Planung. Dazu zählen der Versand der Einladungsschreiben an Sponsoren, Funktionäre und Gäste sowie der Ticketrechnungen. Im Weiteren sind die Tribünen-Sitzplatzzuteilungen in Bearbeitung und die Situationspläne des Sponsoren-Dörflis oder der Parkierung stehen kurz vor der finalen Fassung.» Hans Sollberger betont aber auch, dass bei ihm in der Geschäftsstelle täglich mehrerer Mails und Anrufe eingehen, die sich um die Sorgen über die Durchführung des Anlasses im August drehen. 

Plan B: Verschiebung
Wie schnell Prognosen und Pläne zu Makulatur verkommen können, wird uns allen in diesen Tagen eindrücklich vor Augen geführt. Auch vor der Schwinger-Welt macht die Corona-Krise nicht Halt: Bis Ende April dürfen die Athleten nicht trainieren und alle Feste im April und zahlreiche im Mai sind abgesagt. Trotz des Optimismus, dass das Jubiläums-Schwingfest «125 Jahre ESV» am 30. August wie geplant stattfindet, hat das EJSF-OK einen Plan B in der Schublade. «Über eine allfällige Verschiebung müssten wir voraussichtlich im Juni entscheiden, weil wenig später der Tribünenaufbau beginnt», hält Reto Mock fest. Fest steht, dass das EJSF «appenzell 2020» auf jeden Fall nicht abgesagt, sondern auf nächstes Jahr verschoben würde. Zusammen mit dem Kilchberg-Schwinget stünden dann zwei eidgenössische Schwinganlässe auf der Agenda. Diese Konstellation gab es letztmals 2002, als im Mai das EXPO-Schwinget und im September das Kilchberg-Schwinget stattfand. 

Schwierig aber lösbar
Eine Verschiebung wäre natürlich unschön, laut Finanzchef Benno Mock aber ein lösbares Problem: «Wären wir gezwungen, das EJSF zu verschieben, würden sicher zusätzliche Kosten und Arbeit auf uns zukommen, was allenfalls aus weiteren Quellen gedeckt werden müsste. Dies wäre sicherlich eine schwierige aber meines Erachtens nicht unlösbare Aufgabe. Schliesslich dürfen wir bereits jetzt auf zahlreiche grosszügige und zuverlässige Partner im EJSF-Boot zählen. Dank der breiten finanziellen Unterstützung unserer Sponsoren stehen wir finanziell auf gesunden Füssen.» Dass sich die Ausgangslage in Zeiten von Corona schnell wieder ändern kann, ist dem EJSF-OK vollends bewusst: «Umso wichtiger ist es, dass wir flexibel und optimistisch bleiben. Unsere Vorfreude auf den 30. August 2020 ist jedenfalls ungebrochen gross», so Reto Mock.

(Medienmitteilung von OK)

Kommentare