24:11-Sieg für Willisau im ersten Final

03. Dezember 2022 - 20:11

wolfgang
Wolfgang Rytz

Redaktion

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Im ersten Finalkampf der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft hat Titelverteidiger Willisau den neuen Herausforderer Kriessern mit 24:11 deklassiert. In der Widnauer Aegetenhalle lagen die favorisierten Luzerner zur Pause gegen Kriessern bereits 11:6 in Führung. Kriessern überraschte mit seiner Aufstellung, hatte aber auf der Matte zu wenig ringerische Substanz. Alles spricht nun für eine Willisauer Titelverteidigung in nur zwei Kämpfen. Im ersten kleinen Final um Bronze siegte Freiamt in Einsiedeln 28:11.

Die Willisau Lions liessen sich von den taktischen Mannschaftsumstellungen Kriesserns nicht beirren und gewannen in der ersten Hälfte vor 1200 lautstarken Zuschauern drei von fünf Einzelduellen auf der Matte. Obwohl nicht so souverän wie erwartet, triumphierte Olympiateilnehmer Stefan Reichmuth (im Bild rechts) bis 97 kg Freistil durch technische Überlegenheit mit 16:0 gegen Philipp Hutter. Diese 0:4 Mannschaftspunkte egalisierte für Kriessern Dimitar Sandov bis 61 kg Greco gegen Mathias Martinetti ebenfalls mit einem 16:0-Sieg. Dazu gewann etwas überraschend Kriesserns „Kampfmaschine“ Ramon Betschart bis 130 kg Greco gegen den deutlich schwereren Delian Alishahi nach einer 7:2-Führung noch 7:5. Den Unterschied für den Titelverteidiger aus der Innerschweiz machten in der ersten Hälfte die Freistil-Leichtgewichter Timon Zeder (57 kg: 9:0 gegen Sandro Hungerbühler) und Florian Bissig (65 kg: 10:0 gegen Dorien Hutter) aus.

Willisauer Topringer zu stark

Zwar entschied das Kampfgericht im Zweifelsfall wie schon im Halbfinal in Kriessern eher für das Heimteam. Dennoch war Willisau insbesondere in der zweiten Hälfte schlicht zu stark für die Ostschweizer. Den einzigen Achtungserfolg nach der Pause erreichte Kriesserns Greco-Routinier Damian Dietsche, der Rasul Israpilov mit 8:0 Wertungspunkten beherrschte.
Danach war gegen Willisaus Gebrüder Michael und Tobias Portmann und gegen Mansur Mavlaev, allesamt Internationale, nichts zu holen. Schlimmer noch: Der körperlich unterlegene Marc Dietsche, ein Internationaler im Team der St. Galler Rheintaler, verletzte sich bei einer Aktion gegen Mavlaev und musste mit lädiertem Ellbogen aufgeben. Konfus verlief das letzte Mattenduell: Als Jonas Bossert vor einem Schultersieg stand, warf Kriessern seinen roten Würfel und verlangte eine Challenge. Prompt entschied das Kampfrichtertrio für Kriessern und liess nach längerer Pflege von David Loher bei 0:0 weiterringen. Der favorisierte Willisauer liess sich davon irritieren und gewann „nur“ noch mit 6:1 Wertungspunkten. Dennoch feierten die Willisau Lions den erwartet klaren Auswärtssieg.  Mit etwas mehr Wettkampfglück hätten die Luzerner noch höher als 24:11 gewinnen können.
Somit deutet alles auf eine schnelle Finalentscheidung in einer Woche in der Willisauer BBZ-Halle hin. Sollte Marc Dietsche verletzt ausfallen, stände Kriessern trotz Gewichtsklassenwechsel vor einer kaum zu lösenden Aufgabe. Meisterschaftsfavorit Willisau ist dem 17. Titelgewinn nahe, dem 4. in Serie.

Freiamt vor Gewinn der Bronzemedaille

Tags darauf stand die Ringerstaffel Freiamt in Einsiedeln im Kampf um Bronze auf der Matte. Obwohl die Aargauer mit zwei klaren Niederlagen starteten und 0:8 hinten lagen, setzten sie sich gegen die ersatzgeschwächten Schwyzer 28:11 durch. Der Umstand, dass auch bei Freiamt einige starke Ringer fehlten, unterstreicht die nicht neue Erkenntnis, dass Einsiedeln in diesem Jahr die Breite an genügend starken Ringern fehlt. Der Rückkampf in Muri AG dürfte deshalb für das Team des zurücktretenden Trainers Marcel Leutert zu einem Schaulaufen werden.

In der Auf-/Abstiegsbarrage NLA/NLB kam deutlich zum Ausdruck, dass Nationalliga-B-Meister Brunnen gar nicht aufsteigen will. Die mit Einsiedeln doppelt lizenzierten Ringer Michel Schönbächler und Damian von Euw standen Brunnen nicht zur Verfügung. Wenig überraschend gewann das NLA-Schlusslicht Oberriet-Grabs auswärts 30:8 und kann sich jetzt schon des Verbleibs in der obersten Klasse gewiss sein, obwohl es am nächsten Sonntag zu einem Rückkampf kommt.