Schwinger der Woche: Interview Reto Nötzli

12. Juli 2014 - 10:44

Mit dem Aussenseitersieg des 25-jährigen Höfners Reto Nötzli endete das Innerschweizerische Schwingfest in Cham. Im Duell der Jugend bezwang er im Schlussgang den 19-jährigen Lokalmatador Pirmin Reichmuth. Dies war zugleich der erste ISV-Triumph für den Schwingklub March-Höfe seit genau 20 Jahren.

Reto Nötzli, erster Schlussgangteilnahme an einem Kranzfest, erster Kranzfestsieg, dies gleich am Innerschweizerischen. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?
Reto Nötzli: Diesen Sieg werte ich als meinen grössten Erfolg in meiner gesamten Laufbahn. Er kommt noch vor den Kranzgewinn vom vergangenen August am Eidgenössischen in Burgdorf.

Spürten Sie schon am Morgen, dass es heute Ihr Tag werden könnte?
Nötzli: Nein überhaupt nicht. Ich bin aufgestanden wie immer. Mit dem Unentschieden gegen Martin Zimmermann startete ich verhalten in den Wettkampf.

Wann spürten Sie, dass mehr als nur der Kranzgewinn drin liegt?
Nötzli: Nach dem Sieg vor Mittagspause gegen Joel Wicki hatte ich den Rhythmus gefunden. Im vierten Gang gelang es mir Remo Betschart zu bezwingen. So lag ich nach vier Gängen gemeinsam mit vier anderen Schwingern an erster Stelle. Nun wurde mir bewusst, mit einer Maximalnote im fünften Gang könnte ich mir die Schlussgangteilnahme sichern. Dies gelang mir gegen Bruno Müller nach zähem Kampf.

Wie gut kannten Sie ihren Schlussganggegner Pirmin Reichmuth?
Nötzli: Ich hatte noch nie gegen ihn geschwungen. Eine  schwierige Situation, ich wollte ihm nicht ins offene Messer laufen und wählte dosiertes Angriffs-Risiko. An den vorangegangenen Anlässen fiel mir Pirmin Reichmuth mit seiner angriffigen kecken Schwingweise mehrfach auf.

Einer der ersten Gratulanten war Eugen Hasler, letzter Innerschweizer-Sieger aus ihren Schwingklub (March-Höfe) und langjähriges Aushängeschild im ISV-Verband?
Nötzli: Richtig, Eugen Hasler gratulierte mir noch in der Platzmitte zum Sieg. Es erfüllt mich mit Stolz von einer derartigen Berühmtheit die Gratulationen entgegen nehmen zu dürfen. Eugen Hasler war stets ein Vorbild für mich.

Stieg am Abend in der Ausserschwyz noch eine zünftige Feier?
Nötzli: Wir gingen noch gemeinsam Essen in den Sternen nach Pfäffikon. Dort stiessen wir auf meinen Triumph an. Das ganze fand im kleineren Rahmen, bei gemütlichem Zusammensein statt, mussten doch am Montag alle wieder zur Arbeit.

Wo sieht man den frischgebackenen Teilverbandsfestsieger als nächstes im Sägemehl?
Nötzli: Ich habe mir im Schlussgang das Knie angeschlagen und eine Prellung eingefangen. Sollte die Prellung in den kommenden Tagen plangemäss lindern, nehme ich am 19. Juli am Bergschwinget im Klöntal/GL teil. Dies wäre zugleich der letzte Test fürs Brünig-Schwinget, dass eine Woche im Anschluss, am 27. Juli, stattfindet. Beim vorletzten Bergkranzfest nehmen mein Bruder Bruno und ich gemeinsam teil.

Der Kilchberg Schwinget geistert auch bereits in Ihrem Kopf herum?
Nötzli: Mit dem Sieg in Cham sollte ich die Qualifikation für den Saisonhöhepunkt definitiv geschafft haben. Dort will ich eine gute Leistung zeigen und möglichst gut abschneiden. 

Schwinger

noetzliretoNötzli Reto, Pfäffikon

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