Bruno Gisler meldet sich zu Wort

23. Mai 2014 - 8:00

Nachdem es lange Zeit ruhig um Bruno Gisler war, nimmt der Solothurner Stellung zum Dopingfall. Einerseits auf seiner Homepage, andererseits im exklusiven Interview mit der Schwingerzeitung SCHLUSSGANG vom 20. Mai.

Bruno Gisler nimmt auf seiner Homepage nochmals Stellung zum Dopingfall vom Dezember 2013. Zusätzlich hat sich der 94-fache Kranzschwinger einem exklusiven Interview der Schwingerzeitung SCHLUSSGANG gestellt. Dieses ist in der aktuellen Ausgabe vom 20. Mai (Bestellung SCHLUSSGANG) publiziert. In seiner persönlichen Mitteilung auf seiner Homepage (brunogisler.ch) lässt er sich folgendermassen zitieren:

Am 25. Mai 2014 läuft meine Dopingsperre ab. Am 29. Mai 2014 werde ich am Baselstädtischen Schwingertag meinen ersten Wettkampf nach der Sperre bestreiten. Ich freue mich darauf, den Fokus wieder auf den Sport zu legen und mich im Sägemehl zu messen. Ich habe mich zielgerichtet darauf vorbereitet und hoffe, dass ich mit meinen Leistungen überzeugen kann.

Mein leben geprägt
Der positive Nikethamid-Befund anlässlich der Dopingkontrolle am Eidgenössischen in Burgdorf hat mein Leben in den vergangen Monaten in allen Bereichen geprägt. Ich habe mir selbst viele Fragen gestellt. Und ich wurde mit Fragen meines Umfeldes, der Öffentlichkeit und der Medien konfrontiert. Ich musste erfahren, wie fatal es sein kann, wenn man sich auf der Suche nach Gewissheit öffentlich über Möglichkeiten und Mutmassungen äussert. Und ich habe erkannt, wie wichtig es ist, sich ausschliesslich zu Fakten zu äussern.An der Medienkonferenz vom 6. Dezember 2013 habe ich die Verwechslung von zwei Heidak-Spagyrik-Sprays in unserem Haushalt als mögliche Ursache für den positiven Dopingbefund genannt. Dabei habe ich mich auf die Einschätzung unseres Verbandsarztes Urs P. Martin gestützt. In der Folge zeigte sich, dass diese Einschätzung und damit auch meine Aussagen falsch waren.

Gestehe Fehler ein
Die Verantwortlichen der Herstellerfirma HEIDAK haben sich mit Urs P. Martin getroffen und ihm im Gespräch unter Fachleuten aufgezeigt, weshalb ihre rein natürlichen spagyrischen Produkte den synthetischen Stoff Nikethamid nichtenthalten können. Ich entschuldige mich daher in aller Form bei den Verantwortlichen der Firma Heidak für meine Aussagen. Es war niemals meine Absicht, die Firma Heidak und ihre Produkte in ein schlechtes Licht zu rücken. Ich habe am 6. Dezember 2013 den Fehler gemacht, eine mögliche Theorie zu nennen, die jedoch, wie sich später eindeutig gezeigt hat, den Fakten nicht standhält.Ich wurde am 21. März 2014 im Rahmen einer Trainingskontrolle erneut kontrolliert.

Unser Sport muss sauber bleiben
Das Resultat dieser Kontrolle ist negativ, das bedeutet: ich bin sauber. Dies betrifft auch die Substanz Nikethamid, die in der Probe nicht festgestellt wurde.Ich habe wissentlich nie verbotenen Substanzen oder Medikamente verwendet und kann mir den positiven Nikethamid-Befund bis heute nicht erklären. Doch ich setze weiterhin alles daran, für mich Klarheit zu erlangen. Verschiedene Fachleute und Experten unterstützen mich dabei mit Abklärungen und Analysen. Diese sind zeitaufwändig und erfordern viel Energie. Ich kann heute nicht beurteilen, ob sich dieser Aufwand lohnt, doch ich will alles daran setzen, Klarheit zu erlangen.

Sperre akzeptiert und verbüsst
Ich habe meine Sperre akzeptiert und verbüsst. Diese letzten sechs Monate haben mein Leben sehr geprägt. Doch nun möchte ich ein neues Kapitel aufschlagen und den Sport wieder ins Zentrum stellen. Ich entschuldige mich bei jenen, die ich verletzt oder enttäuscht habe. Und ich bedanke mich bei meiner Familie, Freunden, Fans, Partnern und all jenen, die mich in den vergangenen Monaten unterstützt haben und die hinter mir gestanden sind. Ich habe mir die Freude am Sport erhalten und bin topmotiviert, mich wieder im Sägemehl zu messen.

Schwinger

gislerbrunoGisler Bruno, Rumisberg

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