„Die Einnahme von verbotenen Mitteln kann jeden treffen“

28. Januar 2013 - 10:37

In Hendschiken informierte der Werbeverantwortliche vom ESV, Rolf Gasser, und der Präsident der ESV-Dopingkommission, Eduard Ritter, die Nordwestschweizer Schwinger über das neue Werbereglement sowie die Handhabung mit Substanzen, die auf der Dopingliste stehen.

Der Nordwestschweizerische Schwingerverband hat in Hendschiken seine Aktiven und Funktionäre zu den Themen Doping und Werbung aufdatiert. Einer der Referenten, ESV-Dopingkommissionspräsident Eduard Ritter, zeigte auf, dass der Eidgenössische Schwingerverband Doping sehr ernst nimmt. ESV-Geschäftsführer Rolf Gasser sagte den Aktiven auf der anderen Seite, dass nach Inkrafttreten des neuen Werbereglements im Frühjahr die Praxis ändern, das heisst verschärft, werde. „Die guten, griffigen Umsetzungsgrundlagen sind zwar zu rund neunzig Prozent bereits in einem Regelwerk vorhanden“, sagte Gasser. „Wir wollen jetzt, auf die Saison hin, die restlichen zehn Prozent aber optimieren", ergänzte der ESV-Geschäftsführer. Er zeigte auf, was nicht mehr zulässig sein wird.

Abgeordnete entscheiden im März
So wird die „Werbung auf Mann“ eingeschränkt werden. Die Logos der Sponsoren sollen, so der Textentwurf zu Handen der ESV-Abgeordnetenversammlung im März, auf zweimal neunzig Quadratzentimeter auf der Vorderseite einer Trainerjacke beschränkt werden. Verboten bleibt die sichtbare Werbung auf dem Schwingplatz. Konkret heisst das, wie sich Rolf Gasser ausdrückte, „dass das Anbringen jeglicher Werbebotschaften, die von der Platzmitte aus sichtbar sind, nicht erlaubt sind“. Im neuen Werbereglement wird auch fixiert sein, wie viel die Spitzenschwinger dem Verband aus Sponsoringeinnahmen abgeben müssen, und zwar auch über die Karriere hinaus. Ein Antrag an die meist älteren ESV-Delegierten – viele sind bereits im AHV-Alter – sieht vor, dass die Athleten bis zum Saisonende des Rücktrittsjahres Gelder abliefern müssen. In der strengeren Variante ist formuliert, dass bis drei Jahre nach einem Rücktritt Abgaben fällig werden. Die Einnahmen, welche der ESV im Übrigen aus der Werbung generiert, fliessen in den Schwingsport zurück. In erster Linie in den Nachwuchsbereich. Es ist aber auch vorgesehen, dass ein „Restbetrag“, im Regelfall ein tiefer fünfstelliger Betrag, an die Teilverbände ausgeschüttet werden wird.

„Doping-Hintermänner“ finden
„Wir haben noch nie etwas unter den Tisch gewischt“, machte Eduard Ritter deutlich, als er das Wirken der Dopingkommission darstellte. Diese ist an übergeordnete Reglemente gebunden. Im ESV ist in erster Linie aber der Dopingverantwortliche Alfred Brunner gefragt. „Die Kommission kommt erst sechs bis acht Wochen nach einer Kontrolle zum Zug, wenn es gilt gegenüber den Schwinger aufzutreten. „Dann nimmt alles seinen normalen Lauf, etwa die Anhörung des Athleten mit anschliessender Eröffnung des Urteils mit Rechtsmittelbelehrung. Positiv nahmen die Versammlungsteilnehmer in Hendschiken auf, dass Ritter sagte, dass die Dopingkommission grundsätzlich nicht das Böse im Schwinger sehe. „Wir möchten letztlich die Hintermänner finden“.

„Die Einnahme von verbotenen Medikamenten kann jeden, auch Trainer, treffen“, stellte der aktuelle Tessiner Kantonalpräsident klar. Er meinte damit, dass beispielsweise bei einer Krankheit völlig unbewusst Substanzen eingenommen werden können, die nicht erlaubt seien. Ritter kündigte deshalb an, dass der nationale Verband im Frühjahr all seinen rund 5'400 Aktiven per Post die einschlägigen Reglemente zustellen wird. Übrigens: Eine Kontrolle kostet den ESV tausend Franken, was bei zirka zwanzig Kontrollen im Jahr nicht unerheblich ist. Zum Vergleich: Der Schweizerische Fussballverband macht im gleichen Zeitraum gemäss Ritter rund 75 Dopingkontrollen. (Text: Willy Wenger/Schlussgang)

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