Dopingfall – Verliert Schwingen jetzt seine Unschuld?

06. November 2012 - 9:53

Schock für die Schwingerfamilie. Der Eidgenössische Schwingerverband hat mitgeteilt, dass ein Schwinger positiv auf Doping getestet wurde. Einzelheiten sind noch nicht bekannt, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Die späten Herbst- und Wintermonate sind im Schwingsport jeweils ziemlich ruhig. Mit dieser Ruhe ist es nun schlagartig vorbei. Wie der Eidgenössische Schwingerverband heute in der Verbandszeitschrift "Schwingen. Hornussen. Jodeln." bekanntgibt, ist ein Aktivschwinger dieses Jahr positiv in einer Dopingkontrolle hängen geblieben. "Der ZV ESV macht darauf aufmerksam, dass während eines laufenden Verfahrens im Bezug auf das Dopingreglement des Verbandes aus juristischen Gründen keine Auskunft erteilt werden kann. Nach Abschluss des Verfahrens wird der ESV umgehend eine Stellungnahme veröffentlichen", schreibt ESV-Geschäftsstellenleiter Rolf Gasser. Namen von Schwingern und wo die Dopingkontrollen gemacht wurden, ist noch deshalb noch unbekannt. Alles weitere wären also nur Spekulationen.
Offizielle Medienmitteilung Eidgenössischer Schwingerverband

Bisher zwei Fälle
Im Schwingsport gab es bisher zwei Fälle von Doping-Missbrauch. 2001 wurde Beat Abderhalden, Bruder vom dreifachen Schwingerkönig Jörg Abderhalden, wegen eines zu hohen Testosteronwertes  Vier Jahre (2005) später erwischte es den Berner Oberländer Thomas Wittwer, der ebenfalls positiv auf Anabolika getestet wurde. Er sagte damals, dass er zwei Mal ein Asthma-Mittel eingenommen habe. Beide Schwinger streiten bewusstes Doping bis heute ab.
Link SF-Videobericht Tagesschau zum Dopingfall von Beat Abderhalden
Link SF-Videobericht Tagesschau zum Dopingfall von Thomas Wittwer

Schwierige Zeit zu erwarten
Für den Eidgenössischen Schwingerverband und den Schwingsport im Allgemeinen kommt dieser Dopingfall nicht zu einem geeigneten Zeitpunkt. Es bleibt abzuwarten, wie die Schwingergemeinde den Dopingfall aufnehmen wird. Mit-Entscheidend dürfte dabei sicherlich auch sein, ob es sich beim betroffenen Athleten um einen absoluten Spitzenschwinger handelt oder nicht. So oder so wird die Unschuld, die sich der Schwingsport in den letzten Jahren aufbaute, angekratzt werden. Falls sich der Verdacht erhärtet, wäre es zu wünschen, dass nun auch ein klares Bekenntnis des betroffenen Schwingers erfolgt.

Der SCHLUSSGANG wird am Dopingfall im Schwingsport dranbleiben und laufend über die neusten Erkenntnisse berichten.

Ähnliche Berichte

Shop

Zum Shop