Von Ausstich bis Zähni

27. März 2012 - 12:48

Schwingen hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebsten Sportarten der Schweiz entwickelt. Doch was ist Schwingen? 24 kurze Erläuterungen von A wie Ausstich bis Z wie Zähni versuchen den Mythos Schwingsport zu erklären.

Ausstich: Schwingfest ist eingeteilt in Anschwingen (1.+2. Gang), Ausschwingen (3.+4. Gang) und Ausstich (5.+6. Gang).

Böse: Die stärksten Schwinger werden als Böse bezeichnet. Wie man ein Böser wird oder woher das Wort genau stand, ist nicht übermittelt.

Chur: Insgesamt gibt es in der Schweiz 178 Schwingklubs, einer davon ist der Schwingklub Chur.

Dokumentarfilm: Im Dokumentarfilm Tal der Könige standen 2010 die Schwingerkönige Jörg Abderhalden und Ernst Schläpfer in der Hauptrolle.

Eidgenössisches: Das Eidgenössische Schwingfest ist der Höhepunkt der Schwinger alle drei Jahre. 2010 duellierte man sich in Frauenfeld, 2013 wird Burgdorf als Gastgeber amten.

Fahnenschwingen: Fahnenschwinger und Jodler gehören zu einem Schwingfest wie das Salz zur Suppe. An Eidgenössischen Schwingfesten wird zudem auch noch ein Wettkampf der Hornusser und Steinstösser ausgetragen.

Gammen: Einer der beliebtesten Schwingergriffe. Möglich mit rechten und linkem Bein. Merkmal von Arnold Forrer.

Hunsperger: Als erster Schwinger gewann Rudolf Hunsperger drei Mal den Schwingerkönigstitel. Der Berner ist der einzige, der bis heute drei Schlussgänge an einem Eidgenössischen gewinnen konnte.

Innerschweiz: Der Eidgenössische Schwingerverband ist in fünf Teilverbände eingeteilt. Der Innerschweizer Verband ist der Grösste. Weitere Teilverbände sind: Bern, Nordostschweiz, Nordwestschweiz, Südwestschweiz.

Jahrespunkteliste: Die Schwingerzeitung SCHLUSSGANG führt an den wichtigsten Schwingfesten eine Jahresrangliste, wo der Schwinger des Jahres gesucht wird.

Kilchberg: In den 20er-Jahren als Revanche auf das Eidgenössiche Schwingfest einberufen. Heute findet alle sechs Jahre der Kilchberger Schwinget statt, zuletzt 2008.

Langzug: War früher ein beliebter Schwingergriff, ist heute aber gänzlich von den Schwingplätzen verschwunden. Insgesamt gibt es weit über 100 verschiedene Schwingergriffe und Kombinationen

Meli: Der Zürcher Karl Meli galt als einer der erfolgreichsten Schwinger aller Zeiten. Im März 2012 verstarb der zweifache Schwingerkönig. 

Neuenburg: Der Neuenburger Kantonal-Schwingerverband ist einer von 26 Kantonal- und Gauverbänden, die unterhalb der Teilverbände eingegliedert ist.

Obmann: Der Präsident des Eidgenössischen Schwingerverbandes wird als Obmann bezeichnet. 2012 wechselte das Amt vom zweifachen Schwingerkönig Ernst Schläpfer zu Mario John.

Pellet: Der 1,75-Meter kleine Hanspeter Pellet gehört auch nach seinem Rücktritt zum absoluten Publikumsliebling.

Quote: An Kranzfesten werden 15 bis 18 Prozent der teilnehmenden Schwinger mit einem Kranz ausgezeichnet, die Prozentzahl wird als Kranzquote bezeichnet.

Resultat: Als bezwungen gilt ein Schwinger, wenn seine beiden Schulterblätter oder zwei Drittel seines Rückens auf dem Sägemehl liegen.

Schwinger Grand-Slam: Der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden war 2002 nach seinem Sieg am Kilchberger der erste Schwinger, der sowohl das Eidgenössische, den Unspunnen-Schwinget sowie den Kilchberger Schwinget gewann.

Turnerschwinger: Früher wurden die Städter (Turner) und Länder (Sennen) voneinander abgetrennt mit den Kleidern. Noch heute treten Turner komplett Weiss und Sennen mit schwarzer Hose und Edelweiss-Hemd an. Die heutigen Turnerschwinger entstammen den Turnvereinen und sind zumeist auch als Nationalturner im Einsatz.

Unspunnen: Erstes dokumentiertes Schwingfest 1805 fand auf der Unspunnenmatte ob Interlaken statt. Alle sechs Jahre findet der Unspunnen-Schwinget statt, zuletzt 2011.

Verlieren: Schwinger reichen sich zu Beginn eines Kampfes freundschaftlich die Hand. Zum Ende eines Kampfes wird dem Verlierer vom Sieger der Rücken abgewischt.

Wyberhaken: Aufgrund des Namens einer der bekanntesten Schwingergriffe. Gebrüder Thürig gewinnen mit ihm oft.

Zähni: Schwinger werden aufgrund ihrer Leistung benotet. Die Noten reichen zwischen 10 (Plattwurf) bis hinunter auf 8,5 (Niederlage ohne eigene Initiative). Maximalnoten werden unter den Schwinger oftmals als „Zähni“ bezeichnet.

Schwinger

pellet_hanspeterPellet Hanspeter, Oberschrot
abderhalden_joerg_06_13Abderhalden Jörg, Nesslau
forrerarnoldForrer Arnold, Stein
hunsperger_rudolf_06_13Hunsperger Rudolf !VERSTORBEN!, Zollikofen
schlaepfer_ernst_06_13Schläpfer Ernst, Neuhausen am Rheinfall

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