Nationalturnsieg für Andi Imhof

Der Urner Andi Imhof hat die 22. Eidgenössischen Nationalturntage in Eschenbach LU mit einer abgeklärten Leistung gewonnen. Im Schlussgang genügte ihm ein Gestellter gegen den Zuger Marcel Bieri. Dahinter eroberte der 20-jährige Berner Marco Iseli überraschend Bronze. Der Zürcher Weinländer Jeremy Vollenweider dominierte nach einer aussergewöhnlichen Leidensgeschichte in diesem Jahr die Leistungsklasse 3 mit 2,2 Punkten Vorsprung.
Andi Imhof als Sieger in Eschenbach LU mit dem Siegermuni "Donatu". (Foto: wr)

Nach den verletzungsbedingten Absagen von Samuel Giger und Damian Gehrig war Andi Imhof wohl der grosse Favorit. Doch seine Verletzung am Unspunnenschwinget, ein Muskelriss in den Rippen, sorgte für Ungewissheit. Der Urner trat jedoch in guter Verfassung zum verregneten Wettkampf im luzernischen Eschenbach an und bewies seine Fitness bereits im 100-m-Lauf zum Auftakt in 12,5 Sekunden.
Obwohl er da noch ein leichtes Zwicken spürte, liess er sich in den restlichen neun Disziplinen nicht mehr vom Siegeskurs abbringen. Seine Schwingersiege in der fünften und sechsten Disziplin gegen Stefan Ettlin und Thomas Suppiger waren schon die halbe Miete für den so sehnlichst angestrebten Tagessieg.

Marcel Bieris Aufholjagd
Erst kurzfristig auf der Meldeliste tauchte Marcel Bieri auf. Er gehörte zusammen mit Martin und Thomas Suppiger zu den gefährlichsten Aussenseitern. Doch der starke Zuger Schwinger, der in den letzten Jahren nur vereinzelt bei den Nationalturnern aufgetaucht war, patzerte in den Vornoten. Nach sechs Disziplinen befand er sich mit 2,2 Punkten Rückstand auf Leader Imhof in der Defensive. Nach dem vierten Sieg im Sägemehl in Serie war er aber nach acht Disziplinen wieder in Schlagdistanz zum Urner. Vor dem Schlussgang betrug sein Rückstand 1,2 Zähler. Damit hätte er einen Sieg gebraucht. Imhof genügte hingegen ein Gestellter. Entsprechend defensiv agierte der Urner Eidgenosse und brachte so die acht Kampfminuten sicher über die Zeit. Dahinter knöpften sich die Konkurrenten gegenseitig Punkte ab, so dass Bieri auf Rang 2 verblieb. Der 20-jährige Berner Marco Iseli zeigte sich nach seinem starken Schwingerjahr auch bei den Nationalturnern in einer guten Form und blieb im Sägemehl unbesiegt. Nach einem packenden Offensivduell in den Zwilchhosen trennte er sich vom Luzerner Roman Zurfluh remis, Mit je 9,0 Punkten sicherten sich die beiden die Plätze 3 und 4 vor den Gebrüdern Thomas und Martin Suppiger, denen kein Exploit gelang.

Jeremy Vollenweider, präsentierte sich nach zwei überstandenen Krebserkrankungen in einer erstaunlich guten Verfassung und dominierte die Leistungsklasse 3. Im Steinstossen und im 100-m-Lauf büsste er zwar je 1,4 Punkte ein, aber im Sägemehl blieb er unwiderstehlich. Nach fünf Siegen in Folge musste ausgeschwungen werden, ehe Niklas Blaser, der einen Zusatzgang bestritt, als letzter Gegner feststand. Auch diesen besiegte der Schaffhauser Schwinger, der im Nationalturner als Zürcher gilt, womit er sich den L3-Sieg mit 2,2 Punkten Vorsprung sicherte.

In der Leistungsklasse 2 gabs für den Grosswangener Saisondominator David Wüest ein spätes Happy End. Er verfehlte den Schlussgang um einen Zehntelpunkt. Weil sich aber Benjamin Gander und Joel Steiner nach einem packenden Finale unentschieden trennten, ging Wüest doch noch als L2-Sieger hervor.

Die Leistungsklasse 1 dominierte wenig überraschend der Buttisholzer Roman Wandeler. Er büsste in sieben Disziplinen nur drei Zehntelpunkte aufs Maximum ein und besiegte im Schlussgang den Urner Kilian Arnold nach kurzer Zeit.

Bei den am Sonntag durchgeführten Jugend-Wettkämpfen siegten Benjamin Züger (Tuggen) in der Jugendklasse 2, Andrin Grob (Altnau) Jugendklasse 1 sowie Adrian Schärz (Aeschi) bei den Piccolos. Sie hatten drei Vornoten und zwei Gänge Ringen zu absolvieren.

Wolfgang Rytz

Redaktion

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