«Mein grosser Tag – jetzt habe ich einen Namen»

In unregelmässigen Abständen berichtet der ESAF-Siegermuni Burgdorf 2013 "Fors vo dr Lueg" von seinen Eindrücken mit Tagebuch-Einträgen.

Am 1. September wurde ich getauft. Und was für einen Namen ich bekam: FORS VO DR LUEG! Da soll noch einer sagen, dies sei kein bedeutender Name. Mehr noch, er hat etwas richtig Adliges an sich. Ehre wem Ehre gebührt.

An der Taufe folgte Höhepunkt auf Höhepunkt. Immer  stand ich im Zentrum des Interesses. Schon Tage vor der Taufe hat mir mein Meister Hans Bichsel einen Nasenring verpasst. Ich habe gehört, dass erst ein Nasenring aus mir einen richtigen Muni mache. So habe ich dieses Prozedere über mich ergehen lassen, im guten Wissen, dass ich noch mächtiger, kräftiger und «muniger» erscheine. Später haben sie mir ein Sponsorenband um meine Brust angepasst. Unter uns gesagt, peinlich diese Schleife, aber was solls, wenn die Sponsoren das Gefühl haben, dies sei wichtig, mache ich ihnen halt die Freude.

Auf der Reise zum Landgasthof Lueg, wo ich meine Taufe feierte, war mir schon ein bisschen langweilig. Ich wäre natürlich viel lieber mit den Kühen auf die Weide gegangen. Als ich aber all’ diese Leute wegen mir in der Arena sah, kannte die Freude keine Grenzen mehr.

Der absolute Höhepunkt war schliesslich der Auftritt meiner Taufpaten. Mein Götti heisst Käser Ädu. Alle sagten, er sei früher auch ganz ein «Böser» gewesen, sogar Schwingerkönig. Es macht mich natürlich stolz, so einen gewichtigen Götti zu haben. Nichts gegen den Götti, aber dann erst die Gotte. Melanie Oesch hat mich auf der Stelle mit ihrem Charme und ihren schönen Augen verzaubert und beinahe um den Verstand gebracht. Leider nicht anwesend an der Taufe war der zweite Götti: der Didier Cuche. Man sagte mir, der würde lieber mit den Skiern den Hang hinunterbrettern, als mich zu bewundern. Zur Feier des Tages verabreichte mir Hans auch noch ein «Halbeli Wiisse». Mit diesem machte ich kurzen Prozess, zwei, drei Mal kräftig ziehen und fertig war der Husten.

Nach all diesen Eindrücken freute ich mich auf die Heimreise und war glücklich, wieder auf meinem wohligen Strohbett im Stall von Bichsels in Ranflüh einzuschlafen.

Ich freue mich, bald wieder von meinen interessanten Erlebnissen in meinem Muni-Tagebuch berichten zu dürfen.

Euer Muni

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