Auch B-Probe positiv bei Martin Grab

Die Schwingerszene hat Gewissheit. Auch die B-Probe bei Martin Grab ist positiv. Damit ist der Dopingfall bestätigt, auch wenn Grab weiterhin seine Unschuld beteuert. Auf eine weitere Untersuchung verzichtet der Unspunnen-Sieger von 2006 aber.
Der Sieg am Zuger Kantonalfest dürfte Martin Grab (links, gegen Stefan Ettlin) aberkannt werden. (Foto: Tobias Meyer)

Martin Grab beteuert weiterhin seine Unschuld und kann sich nicht erklären, wie das Mittel Tamoxifen in seinen Körper gelangte. Der Eidgenössische Schwingerverband wird nun das Strafmass von Antidoping Schweiz abwarten und danach entscheiden, wie mit den Resultaten im Jahr 2018 (Sieg am Zuger Kantonalfest und Kranzgewinn am Schwyzer Kantonalfest) umgegangen wird.

Mitteilung von Martin Grab via seiner Homepage (Samstag, 4. August)
«Am 17.04.2018 hat bei mir zuhause in Rothenthurm, Kanton Schwyz, eine Dopingkontrolle stattgefunden. In einem Schreiben vom 26.06.2018 hat mir Antidoping Schweiz mitgeteilt, dass die A-Probe positiv sei. Gefunden wurde die Substanz Tamoxifen. Ein Wirkstoff, der zur Vorbeugung und Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird.Über die Mitteilung von Antidoping Schweiz war ich sehr bestürzt. Ich konnte mir dieses Resultat der A-Probe nicht erklären. Deshalb habe ich eine Überprüfung mittels der B-Probe beantragt. Zudem habe ich Antidoping Schweiz gebeten, die Probe auf allfällige weitere verbotene Substanzen, die eine Leistungssteigerung herbeiführen könnten, zu untersuchen. Antidoping Schweiz versicherte mir, dass jede Probe stets auf alle verbotenen Substanzen hin untersucht werde. Am 3. August 2018 habe ich im WADA-Labor in Lausanne die B-Probe im Beisein von Antidoping Schweiz geöffnet. Ausserdem war ich dabei, als die B-Probe untersucht wurde.

Leider ist auch diese positiv ausgefallen. Die verbotene Substanz Tamoxifen wurde bestätigt. Wie bei der A-Probe wurde aber auch in der B-Probe alleine (in einer sehr geringen Menge) die Substanz Tamoxifen und keine weiteren verbotenen und leistungssteigernden Substanzen gefunden. Tamoxifen selber ist kein leistungssteigerndes Mittel und gehört nicht der Gruppe der Maskierungsmittel an, sondern gemäss der WADA-Liste den Hormon – und Stoffwechsel-Modulatoren. Dies ist zwar beruhigend und zeigt doch klar, dass mir dieses Medikament alleine, das vor allem bei Frauen gegen Brustkrebs eingesetzt wird, keinerlei sportliche Vorteile verschafft hätte. Trotzdem bin ich absolut erschüttert über dieses Resultat. Ich kann mir weiterhin nicht erklären, wie Tamoxifen in meinen Körper gelangen konnte. Ich bin zutiefst betroffen und verunsichert. Das Resultat ist für mich nicht erklärbar.

In den nächsten Tagen wird nun ein Verfahren eröffnet, ich selber werde davon absehen, z.B. an den internationalen Sportgerichtshof zu gelangen. Ich bitte alle um Verständnis, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sagen kann.»

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